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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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306 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

getrennet haben, wodurch er zur selbigen Zeit vielleicht einen Aufstand erregenkönnen, weil das ganze Meyländische sich ohne Truppen befunden hatte.

Diesemnach kan ich sagen, daß dieser grosse Anschlag, der klüglich aussgesonnen, und bis auf den Augenblick, da er vollstrecket werden sollen, weislichgeführet worden, um keiner andern Ursache willen fehl geschlagen, als daßdeffen Vollziehung eher ihren Anfang genommen, als solches hätte geschehensollen. Ja wenn ich auf eine geneigte Art an den Prinsen Eugenium gesdencke, so solte ich gar dafür halten, daß cinige Ursachen und unversehene Um-stände ihn gezwungen haben, etwas zu zeitlich anzufangen, und diese Gedancfen gründe ich auf die grossen Bemühungen, die er angewendet hat, es dahinzu bringen, daß er die Armee von einander trennete.

Mr. de Vendôme ist, in diesem Treffen, von Fehlern ebenfalls nicht besfreyet gewesen. Dieser General hatte den Printzen Eugenium eine Zeit langabgehalten, oben über die Adda zu gehen. Er sahe, daß der Feind sich aus-Dehnete, und glaubte daher, daß er sich nahe an diesem Fluß halten müste,Damit er, vermittelst der Furthen, nicht etwa hinüber gienge, ehe er im Stande wäre, sich dargegen zu setzen, oder auch wohl gar die Venetianer die Kay,serliche Armee, wie sie allezeit gethan, hinüber liessen, und diese alsdenn, vorihm, nahe an Odi und Pizzighitone famen. Nun war wohl diese Furcht vernünfftig; gleichwohl solte ich meynen, daß man dieser Ungelegenheit abhelfsfen können, wenn man sich gleich nicht so sehr, wie Mr. de Vendôme, getrennet hätte.

In dem Schloß zu Caffano war, der steinernen Brücke über die Addazur Sicherheit, eine schwache Besatzung. Diese Brücke solte man lassen ab-brechen, oder solche wenigstens, vor den Anlauf, mit einem tüchtigen Werckbedecken; dieweil aber dieses nicht geschehen, so hätte man zum wenigsten, folange als die Armee Colonnen- weise daselbst vorbey gieng, ein Corps zu FußDahin postiren und die Brücke bewachen lassen sollen, indem ja der Feindauch marschirte, und selbiger sehr nahe seyn konnte, ohne daß man es wuste.

So folte man auch die Armee gar nicht zwischen der Adda und den Canålen marschiren lassen, weil ja deren Marsch dadurch von einander getrennet ward. Und was hätte es doch dem Feind für Nußen gebracht, wenn er,zwischen der Adda und den Canalen, über iett- gedachten Fluß gegangen, unddarauf genöthiget worden wäre, noch über einen Canal zu sehen, woferne eran unfere Armee gelangen wolte: gestalt diese auf kleine Höhen, so über denCanalen liegen, und bey nahe fast stets mit grösserer Schwürigkeit, als dieFlüsse, daraus sie kommen, zu paffiren sind, sich gar vortheilhafft hatte postisren können? Breitete sich aber Mr. de Vendôme nur darum so aus, daß erdem Feind verwehren wolte, vor ihm in die Tieffe bey Odi, zwischen der Adda

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