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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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332 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXIII.

Aus diesem Bericht erhellet nun, daß Veruë nur halb eingesperret war,und daß solches, auf der Seite des Fluffes, mit des Herzogs von SavoyenArmee eine freye Communication dergestalt hatte, daß er alle Tage frischeTruppen, auch Kriegs Nothdurfft und Proviant hinein schickte. Solchergestalt war diese Belagerung fehr langwierig, und kostete den König überaus viel Blut und eine entsetzliche Menge Geldes, würde auch noch längerfortgedauret haben, daferne der Herzog von Vendôme, welcher den Ort stetsvon vornen gegen die Gebürge angegriffen, nicht hätte ein Corps zu Fuß aufdie beyden Seiten der Insul rücken lassen: denn dieses Corps griff die Com-munications- Brücke, und den in der Insul stehenden Posten, mit so grofsemNachdruck an, daß derselbige erobert ward. Als nun auf diese Maaffe dieCommunication der Armee mit der Festung verlohren gegangen, so hielt sichdiese nur noch sehr wenige Tage.

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Dieses andere Erempel einer belagerten Festung, die nicht behörig eingeschlossen worden, machet wahr, daß es schlechterdings wieder die KriegsRegeln gehandelt sey, wenn man die Belagerung eines Orts vornimmt, unddoch solchen nicht eingesperret und in den Stand gesetzet hat, daß er sich durchanders nichts, als die Macht und Mittel, so zu seiner Gegenwehr in dem Orteingeschlossen, erhalten könne: allermassen es, in Ansehung Verue, eine aussgemachte Sache ist, daß, so lange die Communication mit Crefcentino geDauret, der Herzog von Savoyen diesen Ort würde behauptet haben, bis ergang zu Staub geworden wäre, darauf er denn solchen, eben wie Mr. dePery es mit Hagenau gemacht, ja noch viel leichter, würde verlassen haben.

Das dritte Exempel einer belagerten Festung, die nicht eingeschlossenworden, ist das bey Turin, welches dem Staat so fatal gewesen ist. DieVollstreckung dieses groffen Vorhabens war dem Herzog de la Feuillade aufgetragen worden. Ich will weiter nichts davon sagen, sondern hier nur anführen, was für Fehler, wieder die Regeln, die man bey Einschliessung derbefestigten Derter in acht zu nehmen hat, begangen worden, angesehen derenHaupt Werck dahin gehet, daß man dem Feind, so in der Festung eingesfchloffen worden, alle Mittel benehme, mit dem von aussen zu communiciren,oder auch einige Art von Hülffe hinein zu bringen. Damit man aber dieFehler, so bey Gelegenheit dieser Belagerung begangen worden, desto besserbegreiffe, so halte ich für nöthig, daß ich die Lage der Stadt Turin, und dieLander, so dort herum liegen, zuvor etwas weitläufftiger beschreibe, damit ichzeige, daß dieses groffe Vorhaben einen glücklichen Ausgang wurde gewonnenhaben, wenn es nur recht wäre angefangen worden.

Die Stadt Turin lieget an dem mitternachtigen Ufer des Po, in einersehr gleichen oder geraden Ebene, durch welche die Doria fliesset, deren Wass

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