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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLVIII. 401

guten Verfassung zur Gegenwehr, gehandelt, und sich ins besondere nichtwohl verhalten, indem er auf die Arbeit der Feinde, wie es die unumgång-liche Nothdurfft erfordert, nicht sorgfältig achtung gegeben, und seine Gegenwehr nach dem Angriff eingerichtet hat.

Damit ich nun, über die Belagerung der Stadt Tournai, eine genaueUntersuchung ordentlich anstelle, so will ich den Anfang machen und sagen,daß, obwohl der strenge Winter alles Getreide, so auf dem Felde war, inden Grund verderbet hatte, es dem Minister dennoch leicht gewesen seine Magazine anfüllen zu lassen, und sowohl die Festungen, so belagert werden konnten, zu verproviantieren, als auch der Armee ihren Unterhalt zu verschaffen,wenn er mit dem Proviant- Meister, seinen Handel, zu der gewöhnlichen Zeit,da man dergleichen vorzunehmen pfleget, geschloffen hatte, nehmlich zu einersolchen Zeit, da das Getreide, in dem Königreich, annoch in sehr geringemPreiß war. Allein eben dieses hat Mr. de Chamillard nicht gethan, und dasher ist Tournai von den Lebens- Mitteln, wenigstens in des Königs Magazinen, so gar entblöset gewesen, daß derselben nicht einmahl für die Besatzunggenug vorhanden war, wie sie sich in die Citadelle eingesperret hat, massen sieda, wegen Mangel an Brod, sich hat ergeben müssen. Das war also dererste sehr wichtige Fehler, den Mr. de Chamillard begangen hat.

Der andere Fehler bestund darinnen, daß er seines Orts, in Ansehungdes eingefalkenen Fleisches, der Geträncke, Arzneyen und anderer zu einer langen Gegenwehr nöthigen Sachen, sich auf gleiche Weise nachläßig bezeiget hat.

Der dritte war, daß es darinnen an Geld fehlete, so daß man wederden gewöhnlichen Sold für die Besatzung, noch zu den aufferordentlichen Arbeisten, unter währender Belagerung, die Kosten hatte.

Ob ich aber schon alle diese Fehler dem Herrn von Chamillard zuschreisbe, weil man dergleichen Mangel an behöriger Fürsorge voraus sehen kan,und er zu der Zeit, da man die Festungen mit Proviant versehen muß, annochseine Stelle hatte; so sehe ich mich nichts desto weniger genöthiget, zu sagen,daß von der Zeit an, da dieser Minister auffer Diensten gestanden, und bisauf die Berennung der Stadt Tournai, weit mehr Zeit verflossen, als nöthiggewesen wäre, alles, was zu einer langen Gegenwehr erfordert wird, hineinzu schaffen, und eine weit stärckere Befagung darein zu legen, als die, so mandaselbst gelassen hat. Daher der neue Minister von den Kriegs- Sachen diesesPuncts halber nicht entschuldiget werden mag.

Zwar hat man dem Marschall de Villars auch vorgeworffen, er habewenige Tage zuvor, ehe die Feinde Tournai berenneten, fünff Bataillons vonDar heraus gezogen. Ich finde aber diesen Vorwurff übel gegründet: dennZweyter Theil,nachs

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