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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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406
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406 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLVIII.

will ich annoch beyfügen, daß an eben dem Tage, da die Besagung aus Tour-nai zog, die Feinde Getreide und andere zu dem Lebens Unterhalt dienlicheSachen darinnen fanden, welches abermahl eine gewisse Uberzeugung ist, daßMr. de Surville, in Erforschung desjenigen, so in seiner Festung enthalten war,sich nachläßig erwiesen habe.

Wolte man mir zur Entschuldigung vorwenden und sagen, er habe einen Aufstand, ja gar eine Aufruhr, zu befürchten gehabt, wenn er eine sogenaue Nachforschung hätte vornehmen wollen; so werde ich solches nicht an-ders, als eine sehr schlechte Entschuldigung ansehen, und dieses aus folgendenUrsachen: Hätte Monfieur de Surville also fort bey seinem Eintritt in dieFestung sich um die Kanntnisse bekümmert, welche ich, in dem Modell einerVerfassung zu einer tüchtigen Gegenwehr einer Festung, für unumgänglichnöthig angegeben habe, so ist gewiß, daß er sich keines Aufstandes, von Sei-ten der Einwohner, zu befürchten gehabt hätte, weil damahls seine Besahung starck war, und zu dem die Armee annoch Communication mit der Fesstung hatte. Man kan also nicht leugnen, daß es von Mr. de Surville eineentfeßliche Nachläßigkeit gewesen, daß er nicht alle Dinge in der Festung, sowohl inwendig als auswendig, genau erforschet hat. Vermittelst dieserKänntnisse wäre er im Stande gewesen, zum Voraus eine kluge Einrichtungzu machen, ja gar solche dem Könige schrifftlich zu überschicken, damit erdemselben zu erkennen gåbe, was für Mittel in Tournai vorhanden waren,und ihn zugleich in den Stand setzte, aus diesen Mitteln, zu urtheilen, wie lan=ge diese Belagerung, wenigstens in Ansehung der Lebens- Mittel, etwa dau-ren könnte. Auch hätte Se. Majestät ihre Anstalt darnach machen und mehrTruppen daselbst bleiben lassen können, wenn so viel darinnen gewesen wäre,daß sie sich eine weit geraumere Zeit davon hätten erhalten mögen.

Nachdem nun die gröbsten Fehler, die Mr. de Surville, in AnsehungDer Känntniß, die man von dem auffern und innern einer Festung haben muß,wenn man sich, vor der Berennung, auf eine gute Gegenwehr gefaßt machenwill, begangen hat, zur Gnüge von mir vorgestellet worden; so wollen wirnunmehro auch untersuchen, ob seine Aufführung, in der Vertheidigung derStadt Tournai, von ihrer Einschliessung bis auf die Capitulation, besser gewesen sey.

Gleichwie ich aber von demjenigen, was die Würckung des Waffersaus der Schelde angehet, bereits Erwähnung gethan und gezeiget habe, wieman dadurch die Anzahl der Angriffe vermindern, oder doch wenigstens denFeind nöthigen können, daß er dieselben nahe an einander anlegen müssen, sozum allerwenigsten in der Festung die gute Würckung hervorgebracht hätte,daß man nicht drey so von einander abgesonderte Angriffe zu vertheidigen ges

habt