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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XLVIII. 407

habt hätte, so will ich meine Anmerckungen, über die Vertheidigung der Fesftung Tournai, nur dergestalt wiederum anfangen, daß ich, bey jedem Tage,dem Tag- Register der Belagerung nachgehe, und vorstelle, wie zaghafft undungeschickt man, in der Gegenwehr, wieder die drey Angriffe, so von demFeind formiret worden, sich verhalten habe.

Das Tag- Register von der Belagerung spricht, man habe, an dem27ften Junii, morgens gegen sechs Uhr, das erste mahl sehen eine Spise vonReuterey zum Vorschein kommen, darauf man selbige recognofciren laffen,und so denn ferner nicht gezweiffelt habe, daß solches der Anfang der Berennung seyn würde; hätte sich auch den 28. würcklich zu formiren angefangen,und wäre den 30. zu Stande gekommen. Den 1. und 2. Jul. hätte man dasLager aufgeschlagen, Mr. de Surville aber hätte eben zu der Zeit angefangenfür den Unterhalt seiner Besatzung zu sorgen, und seine Festung in Standzu setzen.

Man siehet also aus demjenigen, was ich von der Belagerung alleweileangeführet, und von Wort zu Wort abgeschrieben habe, daß Mr. de Survil-le, vor dem ersten Julii, nicht einmahl gedacht, daß er angegriffen werdenkönnte, und bis dahin noch nicht die mindeste Sorge getragen hatte, auf was Arter die Besatzung erhalten, oder auch die Festung in behörigen Defenfions-Stand sehen wolte. Diesemnach muß man sich versichert achten, daß bisauf denselben Tag Mr. de Surville nicht sey bedacht gewesen, nach der genauen Kanntniß derer in der Festung enthaltenen Mittel, eine tüchtige Verfassung zur Gegenwehr zu formiren.

Nunmehro aber wollen wir ebenfalls sehen, ob ihm die Känntniß derFestungs- Wercke auch eine Wissenschafft von den Angriffen, welche die FeinsDe formiren konnten, zuwege gebracht habe, und auf was Maasse er sich verhalten, sich denenselben zu wiedersehen, oder doch wenigstens deren Hefftigkeit zu mäßigen.

Von diesem ersten Tag Julii bis auf den 7. finde ich, in dem Tag- Resgister, noch keine innerliche Anstalt, die Mr. de Surville gemacht hätte, ausserdaß er die 3. Vorstädte, bey den Ryffeler und Valencienner- Thoren, hatteverbrennen lassen; nur sehe ich, daß man von den Oertern der feindlichen An-griffe, in der Festung, nicht die allermindeste Wissenschafft hatte, und in derNacht so wenig Leute auf Kundschafft ausgestellet worden, daß die Feindeschon über eine Stunde, auf ihren drey Angriffen, bemühet waren, in der Erdeherum zu graben, ehe man davon einige Nachricht erhielt. Darauf befahlzwar Mr. de Surville, daß man sehr starck Feuer geben folte; allein, allemAnsehen nach, ohne daß er wuste, wo dieses Feuer hinzurichten wäre, indemich nicht sehe, daß man iemand hinaus geschicket, die Gegend, welche die Feinde

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