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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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408
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408 Historische und Militarische Nachrichten. Cap.XLVIII.

eingenommen, zu recognofciren, damit man das anbefohlene starcke Feuerhåtte dorthin richten können. So lehret mich auch das Tag- Register, daßDie feindliche Arbeit erst den 8ten frühe ist recognofciret worden, da mandenn befunden, daß solche, auf den dreyen Angriffen, bey 80. Ruten gegen dievorspringende Winckel der bedeckten Wege angerücket war.

Ist es wohl einem Mann, der in einer Festung commandiret, zu vergeben,wenn er sich die Eröffnung einer Arbeit, auf dreyen absonderlichen Angriffen,auf diese Maasse verhehlen låffet, und von den Leuten, die man auf die hoch-Sten Kirch- Thurne gestellet, nicht benachrichtiget wird, an welchen Orten dieFaschinen zusammen gebracht würden, damit man daraus urtheilen könne,wo die Angriffe formiret würden? Ingleichen daß er, so bald es Nacht ge-worden, nicht genug sichere Leute auf Kundschafft ausgeschickt, damit er vondem Marsch der Truppen an die Oerter, dahin sie zu Eröffnung des LauffGrabens bestimmet, zeitlich Nachricht bekäme, um die Contrescarpe zu besnachrichtigen, was vorgienge, und wie es mit dem Feuer- geben zu halten, sobald die Arbeit ihren Anfang nähme, oder die Leute, so dieselbe bedecken solten,anrückten. Gleichwohl ist man nicht bedacht gewesen, eine einzige von diesfen gemeinen Vorsichten zu gebrauchen, so daß man erst um Mitternacht Nachricht erhielt, daß der Lauff- Graben auf dreyen Angriffen eröffnet wäre.

Eben so berichtet mir auch das Tag- Register, daß Mr. de Surville allererst frühe am 8ten hat angefangen, die Einrichtung zum Dienst der Truppengegen die drey Angriffe zu machen, und daß er die 12. Bataillons in vier Bri-gaden getheilet, die 400. Dragoner aber, so er bey sich hatte, zu einem Corpsde réferve oder Hinterhalt aufbehalten habe.

Immittelst begreiffe ich nicht, aus was Ursach man diese Eintheilungin vier Brigaden, um den drey Angriffen gleich zu gehen, gemacht habe.Wenn das Tage Register meldete, daß die vierte Brigade den dreyen andern zur Erleichterung ihrer Arbeit bestimmet gewesen wäre, damit der Soldat alle vierte Nacht der Ruhe fren genüssen mögen, oder doch wenigstens inder vierten Nacht keine weitere Bemühung, als die Bewachung der innernTheile der Stadt gehabt hätte, die Ungelegenheiten von einer groffen Bürgersschafft, an deren Treue man zweiffeln können, dadurch zu vermeiden, so würde ich bey dieser Einrichtung eine vernünfftige Ordnung finden; allein ich sehe,daß diese vierte Brigade auf den Wällen absonderlich und zwar so stund, daßsie auf allen drey Angriffen dergestalt bey der Hand war, daß solche allentshalben, wo es die Nothdurfft erforderte, hingebracht werden könnte, ohnedaß dieselbe zur Ablösung einer ganzen Wacht würcklich gedienet hätte. Alsohaben die Truppen auf den Angriffen, von dem ersten Tage der Belagerungan, frets unabläßige Bemühungen über sich nehmen müssen, da es doch

nicht