.stz6 Schlosser arbeit; Z. Abtb. 1. Kap.
A n m e r k u n q.
Es ist nicht zu bezweifeln, daß, in gewissen Fällen, die Hänge»brücken vor den gewöhnlichen mehrere Vortheile haben '). Auf demPunkte, wo jetzt die theoretischen und praktischen Kenntnisse stehen,konnte es nicht fehlen, daß dieses neue System schnell zu dem Gradevon Vollkommenheit gelangte, dessen es fähig war. Uebcrhaupt istes Sache der Wissenschaft, die Aufgaben der Baukunst zu erklärenund zu erläutern; und nachdem die Wissenschaft beobachtend undforschend, die Resultate der verschiedenen Combinationen bis zur äußer-sten Grenze durchlaufen und, so zu sagen, das Urtheil der Erfahrungbeschleunigt hat, kann zwischen den neuen Mitteln und denen, inderen Besitz die Kunst seit vielen Jahrhunderten war, eine Vergleichungangestellt werden. Gleichwohl kann man erst, bei diesem Stande derDinge, nach einem gründlichen Studium dieser Materien Hoffen, sichzu den hohen Betrachtungen zu erheben, auf welche sich die aesffchtcAuflösung der Aufgabe stützen muß.
Die Bemerkungen, welche wir über die Hängebrücken zu macbenhätten, würden nur mit den Schlußfolgerungen des I. Cordier,Divisions-Inspektors bei dem königlichen Corps für Brücken undChausseen, welche derselbe aus seiner Bearbeitung dieses Gegenstandesgezogen hat, die größte Uebereinstimmung darbieten können. Uebermehrere Punkte von diesem gelehrten Ingenieur belehrt, hat es uns
diese Grenze diejenige, welche die meisten Ingenieurs annehmen. Da manjedoch in Bewache ziehen muß, daß die Pressung einer Hängebrücke lebendigist, während die einer festen Brücke todt ist; so sind wir mit M. S. Wareeinverstanden, daß, weil man sür gewöhnliche Fälle in der Ausübung nur '/,der Stärke der Materialien annimmt, man mit noch größerem Reckt bei ihrerAnwendung zn eben so kühnen als wichtigen Werken nicht darüber hinaus-gehen soll.
1) Die Hängebrücken habe» besonders den Vortheil, die großen Kostenzu vermeiden, welche bei den älteren Constrnktionen die Bogengerüste noth-wendig machen. An dem einen User werden die Seile oder Ketten ange-ordnet und verbunden, sodann in der Richtung der Drücke Nacken aufgestellt,über welche man jene hingleiten läßt; das eine Ende wird mit Leichtigkeitfestgemacht und mittelst Erdwinden führt man daS andere Ende an den zwei-ten Befestigungspunkt. Ist die erste Curve angemacht, so dient sie als Gerüstfür die übrigen, welche man mittelst Rollen und Erdwinden bis zur Stellebringt.