Von der Bedeckung mit Kupfer, Blei und Zink. 40 i
in dem Gewölbe angebrachte Fensteröffnung sieht man noch heut zuTage eine 6 Fuß breite Einfassung von 5 '/^ Zoll dicken Bronzeplatten,das einzige Ueberbleibsel der alten Bedachung, welches sich vollkom-men erhalten hat.
Die gewöhnliche Art, die Kupfertafeln zum Decken der Dächeranzuwenden, besteht darin, sie durch doppelte Falzen zusammen zufügen, die sich auf allen Seiten überdecken, und jede Tafel mit unterden Falzen verdeckten Schrauben zu befestigen. Da aber dieses Me-tall sich in der Hitze leicht ausdehnt und elastischer als Blei ist, soreißen die Tafeln, indem sie aufschwellen, die Schrauben los, wenn-man nicht dafür sorgt, sie so einzurichten, daß der Wirkung der Aus-dehnung entgegengewirkt wird. Zu dem Ende muß man jede Tafelnur auf einer Seite fest schrauben, auf der anderen Seite aber demKupfer Spielraum lassen, sich auszudehnen und wieder zusammenzu-ziehen, je nachdem die Temperatur der Luft ist ').
Man macht diese Kupferbedeckung in Streifen nach der Neigungdes Daches gerichtet, deren Falze für die Höhenfugen abwechselndunten und oben sind; die Horizontalfugen werden einfach verdeckt,und werden unter einander verbunden, wie die Figuren 16 und 17andeuten.
Von der Bedeckung mit Blei.
Diese Bedeckungsart kommt nur bei den Dächern einiger großenGebäude vor. Die Kirche Notre-Dame ist auf diese Weise bedecktfrüher war es auch die Kirche Saint-Denis.
t) Man hatte auf diese Weise den oberen Theil des Portals an derGenovevenkirche gedeckt. Die Tafeln wurden unter einander durch doppeltüberdeckte Falzen verbunden, um zu verhüten, 'daß das Wasser nicht in dieFugen eindringe, allein, trotz dieser Vorsicht, bemerkte man, nach Verlaufvon 5 bis 6 Jahren, daß das Wasser unten dnrchdrang, ohne daß man ent-decken konnte, wo. Alle Fugen und die Fläche schienen im guten Zustande zuseyn. Nachdem man jedoch diese Kupfertafeln aufgehoben hatte, entdeckte maneine Menge Ritzen, welche an den liegenden Tafel» nicht sichtbar waren, undsich durch die Hiye geöffnet hatten. Wahrscheinlich rührten diese Ritzen voneinigen harten Körnern her, welche das Kupfer bei dem Schlagen der Tafelnverletzt hatten. Durch das Plattschlagen wurden die Ränder der Ritzen sosehr genähert, daß man sie nicht bemerken konnte, und die Art und Weise,in welcher die Tafeln mit einander verbunden wurden, wobei man für dieAusdehnung und Zusammenziehuug des Metalls nicht genau Spielraum gelassenhalte, mag ohne Zweifel dazu beigetragen haben, die Ritzen früher zu öffnen.