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fast überall vorgezogen, weil erstens die Röhre besser, d. i., gleichförmiger ausfallen;zweytens ist der Sandstaub des trockenen Steines, welcher durch Mund und Nase in dieLunge gezogen wird, dem Rohrschleifer äußerst schädlich, so zwar, daß diese Leute nichtselten in den besten Jahren an der Lungensucht sterben.
Die Schleifsteine haben einen Durchmesser von 6 bis 7 Schuh, und sind 9 bis ioZoll dick. Je feiner und gleichförmiger das Korn ist, für desto besser wird der Stein ge-halten. Man setzt den Schleifstein auf die nähmliche %xt in Bewegung wie den Rohr-bohrer, d. i. mittelst eines horizontalen Getriebes und eines vcrticalen Kammrades,welches an den Wcllbaum eines Wasserrades angebracht ist; nur muß die Geschwindig-keit des Schleifsteines kleiner seyn. Man rechnet, daß derselbe nur ioo bis i3o Um-drehungen in einer Minute zu machen habe.
Das Rohr wird mit der Hand nach der Quer über den umlaufenden Stein gehalten;und sehr verschieden sind die Vorrichtungen, welche man angebracht hat, um hierbey denHandgriff so viel als möglich zu erleichtern, und selbst auch den Schleifer für den nichtseltenen Fall, daß der Stein springen sollte, außer Gefahr zu setzen.
Der beste Mechanismus unter allen, die ich noch gesehen habe, scheint mir der,welcher in dem ärarischen Hammerwerke bey Stadt Steyer seit mehreren Jahren im Ge-brauche ist. Er besteht in Folgenden:
Das Rohr wird mittelst eines Hebels zweyter Gattung, Sperrstange genant, anden Schleifstein gedruckt; dieser Hebel ist 5 Schuh 4 Zoll lang und 3 Zoll dick, undfindet rückwärts, im Verhältniß als der Schleifstein immer kleiner wird, verschiedeneStützpuncte an einer starken Pfostenwand, welche schief über den Stein, unten und obenam Boden gut befestiget ist, und in welcher Pfostenwand mehrere Klampfen eingeschla-gen sind, wo mittelst eines eisernen Hakens am Ende der Sperrstange diese letztereangehängt wird.
Der Punct der Last ist das Rohr, welches nach der Quer zwischen dem Schleifsteineund der Sperrstange zu liegen kommt; die Kraft wird an dem vordern Ende des He-bels angebracht, und zwar mittelst einer 2 Schuh g Zoll langen eisernen, etwas gebo-genen Qucrstange, Wagbalken genannt, welche eben so ein Hebel der zweyten Gattungist. Der Stützpunct für diese Qucrstange, welche an jedem ihrer beyden Ende einen Hakenhat, befindet sich links an einer, an dem Wellcnstocke befestigten, 3 Schuh langen Kette,die an die Qucrstange angehängt wird; und rechts des Hebels, wo die Kraft angewen-det wird, ist eben so eine andere Kette von 2 Schuh Länge angehängt, welche eine Bankzum Sitzen für den Schleifer trägt. Die Bank ist beweglich, und wird auf der rechtenSeite, auf einem von der Erde 2 Schuh 8 Zoll hohen Stocke, in welchem sich ein run-der Stift befindet, angehängt.
In einem eisernen mit Holz verkeilten Kloben *) wird das Rohr eingespannt; undindem der Schleifer das Rohr unter die hölzerne Sperrstange gibt, und sich auf die Bank
*) Der Kloben, eine Art Hand-Kurbel, wird von dem Schleifer mit beyden Händen fest gehalten, undzwar in allen den Fällen, wo das Rohr auf der einen Seite mehr als auf der anderen abgeschliffen