Band 
Erster Band.
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setzt, druckt die Querstange oder der Wagbalkcn die Sperrstangc nieder, und diese dasRohr auf den Stein.

Damit das Rohr von der Tangential - Kraft des Schleifsteines um so leichter gedrehtwerden könne, und auch um die Sperrstangc zu schonen, befindet sich unter derselben ein17 Zoll langes Stück Holz, welches über Quer zur Umfassung des Rohres ausgehöhlt,und an der Spcrrstange gut verkeilt ist.

Nebstdem ist die Spcrrstange, um selbe wenigstens 2 Zoll von dem Steine in dieHöhe halten zu können, wenn keine Kraft von dem Schleifer angewendet wird, mittelsteiner aufwärts gegen den Boden gehenden Kette, an eine 2 Zoll dicke hölzerne Feder,welche an dem Boden selbst angenagelt ist, angehängt.

Nach der hier gemachten Beschreibung ist es leicht einzusehen, daß sich der Schleiferimmer auf der Seite des Schleifsteines halten muß, und daß, im Fall der Stein springen soll-te, derselbe außer Gefahr ist, von einem Stücke todt geschlagen zu werden, weil die ab-springenden Stücke immer nach der Tangente des Steines, als Richtung der Kraft, flie-gen müssen.

Manipulation beym Rohrschleifen.

1. Die schon in dem Bohrwerke gebohrten und inwendig gerade gerichteten Röhre wer-den an dem Schleifsteine zuerst nur durchaus weiß gemacht, ohne daß der Schleifer,wie sonst fast überall der Gebrauch ist, etwas in der Richtung ändert, um die schwar-zen etwas vertieften Stellen herausbringen zu können, wenn etwa das Rohr auf un-gleiche Eisenstärkcn geschmiedet worden wäre.

2. Bevor das Rohr von dem Schleifer auf die vorgeschriebenen Sperrmaßen abgeschlif-fen wird, muß selbes an den Rohr-Visiticrer übergeben werden, welcher mittelst der da-zu hier in der Gewehr-Fabrik bestimmten Maschine, das Rohr inwendig nach der Saitezu richten, und dann mit dem Rohrzirkel zu untersuchen hat, wo das Eisen am mei-sten abzuschleifen sey.

3 . An die angemerkten Stellen, wo das Eisen stärker befunden wurde, und überall, woder Rohr-Visitiercr es nöthig erachtet, hat er mit der Feile Einschnitte zu machen,welche zur Richtschnur für den Schleifer zu dienen haben, um das Abschleifen zu vollenden.

4. Nebst diesen Einschnitten bekommt der Schleifer auch eine Lehre, welche er sehr oftan die angegebenen Stellen anzulegen hak, um^'lbc auf die gehörige Eisenstärke zubringen.

Diese Lehre ist von starkem gehärteten Eisenblech, und mit so vielen Einschnit-ten versehen, als der Schleifer Stellen an dem Rohre in der Eisenstärke genau zu treffenhat. Bestimmte Sperrmaßen gibt es fünf: am Pulvcrsacke, an der Mündung, in derMitte und zwey unterlegte, nähmlich zwischen der Mitte und dem Pulvcrsacke, dann zwi-

werden muß, weil hierdurch das von dem Steine bewirkte Umdrehen des Rohres gehemmt wird. DerStein dreht sich gegen das Rohr zu, mithin muß das Rohr gegen den Schleifstein und den Schleifer sich drehen.