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Erster Band.
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gehörigen Ladstocke a.) diese Stutzen laden zu können, der Durchmesser der Kugelaber ist um 3 Puncte kleiner als jener der Kugel für das Infanterie-Gewehr; was denNachtheil mit sich bringt, daß die Cavallerie zweyerley Kugeln haben muß, eine Gattungnähmlich für die Carabiner und Pistolen, und eine andere Gattung für die Stutzen. Eswäre daher weit besser gewesen, wenn man die Bohrung noch um 3 Puncte erweitert hätte,weil dann die gewöhnlichen Kugeln ebenfalls hierzu hätten verwendet werden können.

Da nun die Kugel kleiner als die Bohrung seyn muß, damit der Cavallerist seinenStutzen mit gewöhnlichen Patronen laden könne, hierdurch aber bey dieser Gattung Gewehreder Bortheil der Züge ganz verloren gehet; so bin ich der Meinung, daß es vortheilhafterwäre, diese Stutzen bey der Cavallerie ganz abzuschaffen, und sie durch gewöhnliche Ca-rabiner bey denen jedoch der Spielraum, anstatt 9 bis 10 Puncte nur 6 Puncte seynkönnte zu ersetzen.

Ich bin überhaupt für die Cavallerie-Stutzen sehr wenig eingenommen, und habe daherin meiner Erzeugungs-Eabelle die Dimensionen für die Bestandtheile dieser Waffe, da selbeohnehin sehr irregulär construirt sind, ganz hinweg gelassen.

Will man aber dennoch diese Art Stutzen noch ferner beybehalten, dann wäre es sehrschickfam, die Abänderung zu treffen, daß selbe, der Einfachheit wegen, aus den vorhan-denen Bestandtheilen der anderen Gewehre erzeugt würden. So könnte z. B. das Schloßund das Züngelblattel mit jenen der Husaren-Carabiner gleich seyn, der Schaft so wiebeym Jäger-Stutzen gebildet, und auch mit den Garnituren des letzteren versehen werden.

§. 9. Bon dem Beschießen und Untersuchen der Stutzenröhre, und vom

Einschießen derselben.

Wenn die Stutzenröhre gezogen und gefrischt sind, werden selbe mit einer Beschieß-Schwanzschraubc versehen, und damit so verfahren, wie beym Beschießen (Tormentiren)der Infanterie-Läufe gesagt wurde.

Bey einem Jäger-Stutzenrohre bestehet die zum Beschießen bestimmte doppelte La-dung aus jg- Loth Schcibenpulver, einer 0,996 löthigen Bleykugel, und einem Kugel-pflaster; bey einem Cavallerie-Stutzenrohre aber aus Loth Schcibenpulver, einer1,226 löthigen Bleykugel, und einem Kugelpflaster.

Nach dem Beschießen werden die Röhre ausgewaschen , und auf dieselbe Art wie dieInfanterie-Läufe untersucht. Sind nun die Röhre als vollkommen gut befunden worden,so werden selbe cingeschäftet, und als brauchbares Gewehr vollendet.

Um bey den Stutzen einen richtigen Kernschuß, und zwar bey den Jäger-Stutzen aufi 5 o, und bey den Cavallerie-Stutzen auf 100 Schritt zu erhalten; so wie auch, um dasKorn, welches auf dem Rohre zum Rechts- und Linksschicben eingerichtet ist, mit dem Ab-sehen genau in ein und dieselbe vertikale Durchschnittsebene des Rohres bringen zu kön-nen ; müssen die Stutzen eingeschossen werden. Dieses geschieht auf einer Schießstatt durcheinen geübten Schützen, mit Auflegung des Gewehres, und mit der gewöhnlichen Ladungauf die oben angegebene Distanz von i 5 o und 100 Schritten, auf das Schwarze der zu