44 Dritter Abschnitt.
(§. 74.) fest und voll ausgestrichen, in Mehlpulver getaucht unddie Anfeuerung mittelst eines Drahtes bis auf den Satz durch-stochen, so daß eine ganze durchgehende Oeffnung entsteht, diesich nach unten erweitert und den Feuerstrahl nöthigt, dahinseine Richtung zu nehmen und so auf die Ladung zu wirken.
§. L9- Um die angefeuerten Schlagröhrcn zu trocknen, wer-den sie auf schmale -Breter mit Randleisten gelegt und so der Luftoder Stubenhitze ausgesetzt. Nie dürfen sie zu diesem Zweck indie Sonne oder nahe am heißen Ofen gesetzt werden, weil dadurchdie Anfeuerung Riffe bekommen und in kurzer Zeit ganz abfallenwürde. Zur bessern Festh'altung der Anfeuerung werden die gutgetrockneten Schlagröhren beplattet. Man schneidet hierzuaus einem Bogen gut geleimten Papier 55 Stück viereckige Blätt-chen, indem die Länge des Bogens in 7, die Breite in 5 gleicheTheile getheilt wird. 20 bis 5o solcher Blattchen werden gradeüber einander gelegt, und in ihrer Mitte, durch ein Locheisen undSchlägel , eine Oeffnung gemacht, wodurch das Röhrchen ge-steckt und das Papier über dem Näpfchen fest zusammengekniffenwird. (§.241.)
Die fertigen Schlagröhrcn bewahrt man entweder in Ton-nen an einem trockenen Orte auf, oder sie werden zu 20 Stückin einem halben Bogen Papier verpackt und zwar in 4 Lagen, sodaß in der untersten Lage 6 Stück, in der darauf folgenden 4 Stücksich befinden; die dritte Lage wird wie die iste und die 4te wie die2te gebildet. Röhrchen und Näpfchen müssen in jeder Lage ab-wechseln; sodann wird jedes Pack mit Mittelbindfaden durch ei-nen Kreuzbund fest zusammen gebunden, und so an die Batte-rien und Kolonnen geliefert. (S. d. Zeichnung Taf. X.)
Vorsichtsregeln beim Schlagröhrschlagen.
§. 90. Es muß:
1) Das Papier, womit der Klotz beim Schlagen belegt worden,zum öftern von dem verstreuten Pulver gereinigt, so wie
2) Der Fußboden des Zimmers stets feucht erhalten werden.
2) Nie darf mehr als 5 - 6 Pfd. Pulver vorräthig seyn, und dies
muß im Nebenzimmer sich befinden.
4) Auch darf man nicht zu viele fertig geschlagene Schlagröhrenam Arbeitsorte anhäufen.