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Tagebuch meiner Reise durch die Schweiz / Wilhelm Rein
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202
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t«, welche parallel mit der höhern läuft, ist mit dich-term Gehölze bedeckt. Gegen St. Martin zu krüm-men sich die Schichten der Bergkette zur Linken weitseltsamer, als zuvor. Einige bilden fast einen gan-zen Zirkel. Die merkwürdigsten winden sich in gro-ßen Bogen, deren konvexe Seiten sich berühre«, ge-rade wie «in X. Man kann sich diese bizarrenKrümmungen nicht anders erklären, als wenn manannimmt, daß sie sich in einer Zeit bildeten, wo dieSchichten noch biegsam und weich waren.

Vor St. Martin sieht man die ersten Thonschie-fer mit abwechselnden Schichten schwarzen Marmors.Die Thonschiefer fangen nun an die Stelle der Kalk-steine, welche wir bisher hatten, einzunehmen. Esist eine allgemeine Beobachtung, auf die wir hieraufmerksam gemacht wurden, daß in den großen Ge-birgsketten auf die Kalkberge, Thonschiefer folgen-auf dies« blättrichte Felsen, und daß dann Granitkommt. St. Martin ist ein kleines ärmliches Dorfam rechten Ufer der Arve , der Stadt Sallenche ge-rade gegenüber, welche nur eine Viertelstunde weiterjenseits liegt. Wir hätten in diesem ärmlichen Orte,wo erst vor wenigen Jahren ein für Fremde beson-ders eingerichtetes Wirthshaus erbaut wurde, rechtgut übernachten können, obgleich Hr. Pros. Vau-cher mit seiner Reisegesellschaft sich daselbst schon ein-quartiert hatte. Wir wollten aber lieber eine halbeStunde Weges mehr machen, um morgen früh bey