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[Periodizität.
Kurven, wenn auch im Jahreslaufe verschoben, doch eine ana-loge Form haben würden. Wenn mau durch Aufzeichnungeiner grossen Reihe von Beobachtungen über Erdbeben imWallis die Periodizität dieses Stossgebietes genügend fest-gestellt haben wird, so werden die zu Genf am Ausflusse desSee’s verzeichneten Wasserstände eine treffliche Vergleichungdarbieten. Von dem Eintritte der Niederschläge und derSchneeschmelzen dauert es natürlich eine gewisse Zeit, bis derEinfluss derselben auf eine Erhöhung des Seespiegels sichäussert. Vielleicht ist es mehr, als blosser Zufall, dass zu derZeit, wo der Secspiegel zu Genf im Jahre 1855 seinen höch-sten Stand erreichte, gerade die Erschütterungen in der Visp -Gegend eintraten.
Der Umstand, dass das Wasser theils durch seine allmäh-lige Lösung mittelbar vorbereitend, theils aber durch seinenDruck und seine Bewegung unmittelbar anstossend auf denEintritt der Erdbeben wirken muss, erschwert jedenfalls dieErkennung der Periodizität der Wirkung der Niederschlägeim Boden. Die Chronik des Jahres 1855 bietet manche Er-eignisse aus der Visp -Gegend dar, in welchen man einesehr rasche Wirkung eines kurz vorhergegangenen heftigenNiederschlages zu erkennen glaubt. Freilich kann man auchhier die Ursache in den Veränderungen im Luftdrucke suchen.Auf diese lässt sich auch die tägliche Periodizität der Erd-beben zurückführen; aber es verdient doch dabei nicht über-sehen zu werden, dass auch durch ihre Einwirkung auf dieSclinceschmelze im Hochgebirge die Tageswärme und Nacht-kühle diese Periodizität hervorrufen kann. Wer die Walliser -Tliäler, zumal das Matter-Tlial der Gorner-Visp, be-reisen will, der hat, wie die Reisehandbücher hervorzuhebennicht unterlassen, wohl darauf zu sehen, dass er gewisse Was-serzüge zeitig Vormittags passire, so lange sie wasserleer sind,während sie später, nachdem die Wärme auf die Gletscherihre Wirkung geübt hat, von brausenden und gefahrdrohendenStrömen erfüllt gefunden werden. Das Schmelzwasscr dringtohne Zweifel auch zwischen die Gebirgsschichten und in dieKlüfte periodisch ein, und somit muss auch seine Wirkung aufdie löslichen Schichten der Tiefe sich periodisch gestalten.Diese Periode kann allerdings gegen die der oberflächlich strö-