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3 (1858) Die Erdbeben im Wallis / G. H. Otto Volger
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509
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üuellenr. Fruchtbark.]

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nicnden Abflüsse bedeutend verschoben und dadurch selbstgänzlich entgegengesetzt erscheinen.

h. Quellenreichthum.

Diese Verhältnisse spiegeln sich wider in den Erschcinungen der wechselnden Armuth und Ausgiebigkeit der Quel-len. Die Quellen, welche aus geringer Tiefe kommen, lassenden Einfluss feuchterer Zeiten rasch erkennen. Thermendagegen werden ihm erst spät und gewiss leicht gerade introckenen Perioden folgen — nicht zu gedenken der, in deneinzelnen Fällen besonderer Erklärung bedürfenden, Hunger-brunnen, von deren manchen es bekannt ist, dass sie nurdann zu fliessen beginnen, wenn in Folge andauernder Dürre diemeisten Brunnen versiegt und die Ernten in Gefahr sind. Dergrosse Reichthum der Schweizerischen Thermen im Jahre1855 vor den Erdbeben der Visp -Gegend ist in hohemGrade aufgefallen (III, 49), und liegen auch gerade von denWalliser Thermen keine Beobachtungen vor, so kann doch,da die bedingenden Ursachen über die ganze Schweiz ver-breitet waren, ein ähnliches Verhalten derselben nicht bezwei-felt werden, und die Beziehung auf die Erdbeben der Visp -Gegend ergiebt sich dann, in Rücksicht auf den Gypsgehaltdieser Quellen, von selber als eine sehr nahe liegende.

i. Fruchtbarkeit.

Die Volksmeinung, dass Erdbeben Fruchtbarkeitdes Erdbodens in ihrem Gefolge haben, ist eine sehr alte.Schon vor mehr als 200 Jahren erörterte der gelehrte Job.Casp. Lavater in Zürich diese Meinung. „Das Volk verkün-det oft Reichthum des Jahreswuchses aus Erdbeben, vielleichtweil zufällig ein solches Zusammentreffen in unseren Gegen-den im Jahre 1277 sich ereignet hat. Ich sehe dessen aberkeinen vernünftigen Grund, denn Fruchtbarkeit hangt nichtab von trockenem Rauche (— welcher damals als Ursache derErdbeben angesehen wurde—V.), sondern, nächst Gott und derWärme der Sonne, von günstigen Dünsten, Thau und Regen” 38 ).Unsere Chronik erwähnt ausser 1277 (I, 46) nur noch vom

38 ) Tlieses de terrae motu etc. praeside Joh. Casp. Lavatero ad diem2 Julij propugnabunt eandidati Uzingerus, Jlyllerus, Ernius, Schintzius, Bas-lerus, Sprynglinus. Tiguri. 1635. Problema II.