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[Periodizität.
dem „Erdbeben von Lissabon” verschmolzenen Walliser Erd-beben dieses Jahres wurden zuerst phantastische Vorstellungenlaut, welche in dem damals noch so wenig bekannten Erd-magnetismus die Ursache der Erdbeben erkennen woll-ten. Man vergleiche I, 193, Anmerkung 41. Die Anregungzu derartigen Vorstellungen gab wohl die am 9. Dezemberjenes Jahres zu Hohenembs (I, 185) gemachte Beobach-tung, welche zu jener Zeit mit grossem Aufsehen berichtetwurde. Da diese vielfach später in einer Weise angeführt wor-den ist, welche Unkunde der ursprünglichen Angabe des Sach-verhaltes zu verrathen scheint 44 ), so setze ich den betreffendenBrief des Herrn v. Wucherer zu Hohenembs 43 ) hielier.
„Es wäre (am 9. Dezember 1755) 2 Uhr 15 Minuten nachMittage, da ich solches (eine Erderschütterung in sieben Stös-sen — V.) und zugleich eine Begebenheit beobachtet, welcheallerdings das Nachforschen und die Aufmerksamkeit derjeni-gen verdient, die sieh bemühen, die Ursachen derlei Wirkun-gen der Natur kennen zu lernen, oder zu erklären. Ich be-sitze Magnet - Steine, deren einer von denen schwarzfärbigen,die, wie man glaubt, aus Äthiopien kommen sollen, in demZimmer, wo ich zur Zeit des Erdbebens gewesen, an einer11 Zoll laugen Schnüre frey in der Lufft hieng, so dass erin seiner natürlichen Lage war, und seine Poli sich nach derMittags-Linie, von welcher sie kaum einen Grad abweichen,wandten. Dieser Magnet, von welchem ich noch melden muss,dass er nicht armiret und 23 Lothe schwer ist, hieng ganz ru-hig, ehe das Erdbeben ihn bewegte; gleich auf den erstenStoss aber wurde er mit angespannter Schnüre süd-werts indie Höhe getrieben, und die Schnur formirte gegen der Per-pendicular, so sie zuvor gegen Norden gemacht, einen Winkelvon beyläuftig etlich und 40 Graden. Da der Magnet mit derSchnüre ungeachtet der fortdauernden Erschütterung der Erdein dieser Stellung unbeweglich blieb, lief ich diesem Wunderzu, und sah, dass die Feilspäne, welche sonsten immer aufbeeden Polen des Magnetes w'ie Nadeln auswerts, und von dem
44 ) Wohl stets nach Kant’s Mittheilungen, theils in seiner Geschichtedes Erdbebens von Lissabon , theils in seiner Physischen Geographie. Bd. II.2. Seite 420.