Elektriz. u. Magn.]
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Magnete Wegstunden, auf dein Nord-Pole des Magnetes an die-sen zu niedergedrückt waren, auch einige davon abfielen, wo-hingegen die Eisen-Späne auf des Magnetes Süd-Pole aufge-richtet stehen, und fest kleben blieben. Nach dem letztenStosse des Erdbebens fiel der Magnet-Stein gegen Norden zu-rück, schwebte etliche mal hin und her, und stund endlich völ-lig stille: seine Poli waren wiederum nach der Mittags-Linie,und die Eisen-Späne in die Höhe von denen Polen weg auf-gestellet. Das Erdbeben hat hier bey nahe eine Minute, undeben so lange die ausserordentliche Stellung des Magnet-Steinesgedauert. Ob nun durch diese Begebenheit die PhilosophieWilhelm Gilberts neue Gründe erhalte, und durch das Erd-beben der Mitternachts-Pol der Erde dem Nord-Pole des Magne-tes näher gekommen, und diesen gegen Süden gestossen, oderob eine verkehrte Bewegung der magnetischen Materie, womitdie Luft angefüllet und die Erde um-geben sein solle, hieranUrsache seye, will ich nicht bestimmen” u. s. w.
Mir scheinen diese Angaben in mehrfacher Beziehungsehr bedenklich!
Nach Kant’s Mittheilung hätten bei dem „Erdbeben vonLissabon” am 1. November 1755 in Augsburg die Mag-nete ihre Last abgeworfen und wären die Magnetnadeln inUnordnung gerathen 40 ).
Perrey führt auch von Murten an, dass die Magnet-nadel im Moment der Stösse am 1. Dezember 1755 um 0°25' gegen West abgewichen sei 47 ). Da er ohne neues Datumzu der Beobachtung von Hohenembs übergeht, so soll auchhier wohl der 9. Dezember gemeint sein. In Betreff des „Erd-bebens von Lissabon” sind eben vom 1. November bis 9. De-zember alle Data verwirrt!
Einer Veränderung der Inklination wird nur einmal,1767 (I, 201), gedacht. Deklinationsveränderungenfinden sich dagegen mehrfach erwähnt. So 1787 (I, 226),1822 (I, 269), 1837 (I, 308), 1846 (1,327). Eine Keihe vonPerturbationen, welche mit Erdbeben zusammenfielen,wird 1843 (I, 320) angeführt. Am 25. Juli 1855 wurden
46 ) Vermischte Schriften. Bd. 1. S. 564.
47 ) Comptes rendus. T. 15. 1842. p. 645.