von denen Gedanken. 9Z
handeln. Diese, da die meisten nicht auf einzelnen Säßen,sondern auf denen Gedanken und zwar viele auf einem gan-zen Zusammenhange von Gedanken beruhen, können alsomit Recht Gedankenstguren genennet werden. Sie sind wieder gesunde Theil der Wortfiguren aus denen Leidenschaftenentsprungen, ob man gleich auch hier einige nachgeahmet hat,die vor die Gemüthsbewegungen zu gekünstelt sind.
K. t?.
' Die Figuren sind also lebhafte Gedanken, welche von deriLeidenschaften gewirket werden, oder denenselben nachgeahmetsind, um zur Zierde der Rede zu dienen. Man muß sie also inzwo Klaffen absondern, nämlich in Affektfiguren, undinZie-rakhsfiguren. Es ist unndchig, von denen Affekrsiguren weit.läuftig zu handeln, weil sie uns die Leidenschaften täglich voNselbst in den Mund legen. Dieses hat nicht nur Hallbauerin seinem Buche von der Redekunst sehr wohl gezeiget; son-dern er hat auch auf eine scherzhafte Art gewiesen, daß sichder Pöbel täglich ohne alle Anweisung bloß von selbst und durchden Trieb der Leidenschaften derselben bedienet. Ueberdieseödienen die fremden Namen und weitläuftkgen Erklärungenzu nichts, als daß sie das Gedächtniß ohne Noth beschweren.In denen Zierathsfiguren kömmt gleichfalls viel uNnöthigesvor; zumal wenn ein Lehrer über die Schönheit der Worte,der Verbindungsart und der Gedanken besondre Regeln giebt.So sind z. E. InterroArnio, Oiüributio,
Occupgtio keine Figuren.
§. 18.
Die brauchbarsten unter denen Affektfiguren sindxelin, wenn man in der Heftigkeit der Leidenschaften etwasheraus saget, das man gleichsam wieder zurück nimmt;Äpolirojibo, wenn man an einen Abwesenden die Rede rich.tet, davon Fleschier schöne Beyspiele hat; LommUnicstio,wenn man die Zuhörer selbst zu Richtern macht; Lorre<Iio,wenn man den in i^m Affekte scheinbar herausgestoßenenIrrthum verbessert; Lumuluü, welches eine bewegliche Wie-