94 Erster Theil, drittes Hauptstück,
derholung aller ausgeführten Gründe und Vorstellungen ist.Auch können Oubitatio, Lxclmnati«, gurisiuranckuin, Vottunnoch mit Nutzen gebrauchet werden. Die Figur krokopo-xoeia aber ist ganz und gar unnatürlich. In diesen Affekt-figuren bestehet die größte Stärke des Redners, und durch die-selben kann er hauptsächlich seine Größe zeigen, und seine Zu-Hörer rühren und bewegen. Allemal aber müssen ße ausdenen Gemüthsbewegungen entspringen, e§ sey nun, daß.sie bloß die Leidenschaft des Redners auszudrücken oder inandern Gemüchsbewegungen zu erregen oder zu stillen die-nen: und wenn sie die Natur oder der Affekt dem Rednerselbst in den Mund legt; so sind sie vor schön zu achten.
§. 19.
Die wahre Schönheit der Figuren muß also schlechter-dings aus dem Zusammenhange beurtheilet werden, ob esnämlich der Natur gemäß ist, daß der Redner in dem Zu-sammenhange der Gedanken auf einen so lebhaftigen und feu-rigen Schwung verfallen können. Es müssen solchemnachalle Gedanken mit denen Figuren übereinstimmen: denn wodie übrigen Gedanken nichts nützen, so sind die besten zusam-mengestöppelten Figuren elend: und eine solche Schrift sie-het wie ein Bettlerkittelaus, auf welchen schöne Lappen ge-stickt sind. Folglich ist es vergeblich, junge Leute einzelneFiguren machen zu lernen. Man sollte ihnen davor in de-nen Schriften der großen Gelehrten die Schönheiten der Fi-guren in ihrem Zusammenhange zeigen (").
H. 20.
Man kann nicht diesem oder jenem Affekte besondre Figu-ren beylegen, wie einige zu thun versucht haben, dergestalt,daß sie dem Zorn, der Freude, der Wehmuth u. s. f. jeder
Lei-
(n) Wir haben eine ungeheure Menge von Ausgaben deralten klastischen Schriftsteller, welche über die verschie-denen Lesarten, über die Altertümer und über dieGüte der Ausdrücke Anmerkungen zu machen nicht spar-sam sind. Allein es fehler uns dennoch an solchen, wel-che