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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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von den Hof- uild Staats - Reden. 6Z9

vor das Wohl des Landes und die Glückseligkeit seiner Unter«thauen hat, und daß er wünschte, ihnen mir keiner außer«ordentlichen Beyhülfe beschwerlich fallen zu dürfen. Alleindie Umstände der Zeit, die kurz angeführet werden, machtendiese Anforderungen nothwendig. Der Regent hoffe also,daß sie die Nothwendigkeit davon einsehen, und das Benö-tigte verwilligen würden. In der Antwort der Ständeerkennet man die Vorsorge des Regenten mit geziemendemDanke. Man macht eine geschickte Lobeserhebung von sei-ner Weisheit und Gnade, führet die Treu und den Eiferder Stande in vorigen Zeiten an, und daß man Guth undBlut zur Wohlfahrt des Staats aufzuopfern allemal bereitgeweseir sey. Man werde also auch itzo alles mögliche thun,was ohne äußersten Ruin des Landes geschehen könne, unddannenhero über des Landesherr« Anforderungen ungesäumtberathschlagen.

§» 9 »

Wenn Statthalter, Präsidenten und die vornehmstenHofbedienten, die einen Stab führen, oder die so genanntenOberchargen, in die aufgetragenen Bedienungen eingeführetwerden sollen; so ernennet der Regent einen seiner vornehm-sten Minister, solches zu bewerkstelligen, und das Collegiumund die Untergebnen zu ihrer Schuldigkeit gegen ihr neuesHaupt und Vorgesetzten anzuweisen. Dieses geschiehetdurch eine Rede, die schon zu den wirklichen Reden gerechnetwerden kann, weil der Redner Gelegenheit hak, die noth-wendigsten Theile einer Rede anzubringen, und weil der Re-gent nicht selbst gegenwärtig, und mithin die Kürze nicht sosehr erforderlich ist, als in den vorhergehenden Fallen. Je-doch sind in dergleichen Gelegenheiten bey einigen Hosen nurganz kurze Reden gewöhnlich, besonders bey Einführung derÖbercharqen des Hofes; dahingegen bey neuen Statthal-tern und Präsidenten etwas mehr Mühe angewendet wird,eine Wohlredenheit zu zeigen. Es ist gar kein Zweifel,daß man nicht auch hier edel, witzig und anständig rädertkann: und sollte es wohl ein vornehmer Bedienter des

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