von den Hof- und Staats - Reden. 659
statten, daß dieselben hieran verkürzet, oder mit einer Neben»bürde beladen werden möchten. Womit ofterwehnke treu»gehorsamste Stände sich mit meiner Wenigkeit zu Kaisers.Königl. und Landesfürstl. Hulden und Gnaden in tiefster Uy-terthänigkeit empfehlen.
X.
Rede des Herrn Grafen von Herberstein, Na-mens der Nieder - Oesterreichischen Lanvstände, zurAntwort auf die allergnadigste Anredevom Thron.
Allergnadigste Königinn, Erblandes.Fürstinn und Frau!Daß Ew. Majestät die treugehorsamsten Stände Dero-Erb-herzogthums Oesterreich unter der EnnS, zu gegenwärtigemLandtage vor Dero Thron berufen, selbige mit Dero aller-höchsten Gegenwart begnadigen, und sich so gar gegen sie mildund trostreich vernehmen zu lassen geruhen wollen, erkennensie insgesammt mit dem allerunterthänigsten Danke.
So freudig die gesammten Stände auch allemal derglei'chenTage erwartet, seist doch ihr Vergnügen itzo um so vielgrößer; weil sie zu Ew. Majestät Füßen erscheinen, undHöchstdenenselben zu dem gegenwärtigen Stande der Sachen,da sich Dero Königreiche und Lande von den ungerechten undfriedbrüchigen Feinden gereiniget befinden , und selbige ausdem gemeinsamen Vaterlands, dem H. Römischen Reiche,durch Dero siegreichen Waffen zurück getrieben worden, ihrenallerunterthänigsten Glückwunsch abstatten können.
Von dem allmächtigen Gott, der ein unwandelbarer Be-schüher der gerechten Sache ist, hat nicht wohl ein andreserwartet werden können. Dessen Hand erscheinet hier soaugenscheinlich, daß sie jedermann, ja auch die Feinde selbst,erkennen müssen.
Wie nun die gegenwärtigen Stände selbst begreifen, daßman alle mögliche Mühe anwenden müsse, damit daö Erhal»
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