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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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- «enblicklich den Überschuß der Partisanen oder Mieth-Leuten dar;» neh-men / Anerwogen unter der Türcken Barbarischen Regierung niemandsagen kan: Dieses ist mein/ ja nicht eine Stunde seines Lebens sicher ist/sondern augenblicklich bereit seyn soll/ und muß/ beyde Gut und Blut jltdes Groß-Sultans Wolgefalligkeit aufzuopffern.

In diesen vier Maximen / allergnadigste Königin, werden alleOt-tomannische Staats Regu!n»begriffen/ und wünschete ich von Grund mei-ner Seelen/ daß Eure Majestäten/ wegen meiner angewendeten Andacht/um durch die genaueste Untersuchung / und möglichste Penetration derOttomannischen Regierungs-Art/ denenselben unterthanigst und unaus-setzlich zu gehorsamen/ allergnadigste Vergnügung zu schöpffen geruhenmochten / indem« ich die Freyheit nehmen darff/ zu bezeugen/ und zu ver-sichern/ daß unter Eurer Majestäten Unterthanen keiner lebet/ welchermit gröfferm Eifer und einer vollkommenen Treue trachten kan / EurerMajestäten Befehl unaussetzlich/trutz dem grausamsten Tod/ zu vollbrin-gen.

Die Königin/welche dem du Poncet mit vergnüglicher Gedult Gehörgeben hatte/ gab demselben zu verstehen/ daß dessen Fleiß für angenehmangesehen/ und sie/ wegen dessen Administration/ gar wol zu frieden wäre/sie ließ auch genugsam mercken/ daß Dero Intention sich dahin sehnet«/um den Grund der Frantzösischen Maximen in der Regierung'.mistgleichemCöment zu bauen / und pflegte zu dem Ende mit erwähntem du Poncetdie nöthigeConferentzen/ um alle Dinge zu verfertigen / welche zu diesemMonarchalischen Pau sollten angewendet werden.

Der sechste Articul.

Wie der grosse Feld-Herr von FranckreiH/

der von Lhatillon/der Königin Vorhaben pene-

Lriret/ und den Ständen kundt machet.

AAöJese Gemüths-Verführungen/ An- und Vorschlage konten so heim-MLz lieh nicht bewegt werden/ daß der Trons-Feldherr/ der Hertzog vonChataillon/ welcher seine Correspondentz unter der Hand biß inder Königin Cabinet führte / davon nicht hätte sollen Wind bekommen,und den bösen Befolg der kunfftigen Regierung/und die unfehlbare Unter-drückung der Frantzösischen Freyheit hochvernünfftig vorsehend / nähmeer zu Gemüth/ daß es rathsamer und auch nützlicher wäre vorzukommen,als sich vorkommen zu lassen; In dieser Betrachtung, warnet derselbe

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