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Hie Unterthanen sich nicht verdrießen lassen/ in solcher Angelegenheit ih-rem König mehr als gewöhnlich z>, contribuiren / weit er ihnen solches m§künffsige gar reichlich wolle gemessen lassen.
Zwar/ so lang der Cardinal gelebt hat/ sind dieGeld-PressmM ssgroß nicht/sondern leidlich gewesen; anerwogen zuvor das Volck in stax-rkem Zwang müsse gesetzet werden / wie dann geschehen durch Hmneh-mung aller noch übrigen Obstaculen/ deren sich di.s Regierung oder derHof möchte zu befürchten haben. Demnach durch Befestigung derGren-tzen und Bezwingung der grossen verdächtlichen Staaten/ und danndurchssiestätige Haltung ernes mächtigen Kriegs-Heers auf den Deinen / wel-ches das Volck dermassen in Furcht und Zwang halten möchte/ daß / sobald in einer Propmtz das meiste Getümmel gehöret/ oder die geringsteslnvergnüglichkeit verspühret wurde/ man dahin unverzüglich ravoo.Mann von der Militz schicken und verlegen tönte / um den Unschuldigenmit den Schuldigen zu straffen/ und durch die schwere Einquartierungenven Schrecken dermassen zu pflantzen/ damit hinfuhr» ihnen keine andereHoffnung bleiben möchte/ als gehultig alle Belästigungen undPressurenzu leiden/ die druckende Hände zu küssen'/ und den Hals gutwillig demJoch zu untergeben/ wie solches die Erfahrung bewiesen/ und durch diehöchste Unterdrückung/ ja Armuth des Volcks gefolglich/ und von Zeit züZeit biß dato bezeuget hat.
Auf lolche Weise vollbrachte der Cardinal Mazarini im Königreichdie durch seinen Vorfahren angefangene Stifftung und Einsetzung dervier Haubt-Maximen/ in welchen/ Laut des du Aoncet Relation/ diegantze Regierung bestehet/ insoweit / daß alle Fürsten entweders durchöffentliche Hinrichtung / oder durch ein Staats-Fieber/ (wie dieFrantzo-sen ein im Gefängnis empfangenesGifft nennen) aus dem Weeg gerau-jnet/ oder dermaffen gedemüthiget und unterdrückt worden / daß sie ohneMachf/ ohne Anhang/ohne Vestung/Uetirada oder Aufenthalt/ ohneArtillerie und Geld-Mittel sich sehen; ja gleichsam als Leibeigne dem Hoffolgen / und des Königs Gnade erwarten/ oder aber sich äufihrs Güterreteriren/ und Kohl oder Kraut pflantzen müssen./ welches letztere ihneNauch übel ausgedeutet/ und für eine Eigensinnigkeit oder Widerspenstig-keit zugerechnet wird. Also daß / wer chey dem König angenehm undwol angesehen seyn will/ er sey ein Printz/ Graf/ Marchese/ oder anderCavallier / sich mit steissrgex Aufwartung an dem Hof binden / grossenStaat fuhren/ und sich prächtig erzeigen/ia durch unerschwingliche Un»kosten ruigiren muß/ welches Mittel der Hofaxplicim/ um den hohenMel in der Unvermögenheit und Demuth zu hallen. - -
Und scheinet es/ wofern man diese Frantzösische Staats-Einrich-
tung