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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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L-er »ecyzeyenoe

Wie das FmntzösisZe Ministerium nicht al-

lein des Weltlichen / sondern auch des Geistlichen

Directornsich anmaffet.

ZBer mit diesem wäre es nicht genug / sondern damit Franckreich^.möchte zur gewünschten Despotischen Regierung gelangen/ muste^zugleich der Geistliche Stand herhalten/ und seine Mittel contribu«jren/ mit diesem Vormund / es gezieme den Geistlichen weiters nichts/als die Nothurfft zu dero Unterhaltung; WorzuderHofden Weg destoleichter gebahnel/ daß des Ministerii nächste Verwandten in die beste Bis-thümer und Pralakuren gesetzet sind worden / und zu allen Amen gesagthaben; und umb die Vota zu vermehren/ auch die Condescentz grösser zumachen / hat der Hoff überal solche Creaturen eingesetzt / von welchen der-selbige allerObligation/ und/ bey Gefolge/Geborsambs sich versähe / welchePrälaten dann / -ergnügt dero Woblfahrts Genressung lebenslang durchdie Gnade des Hofs zu besitzen / ohneWiederstrebung und Bekümmernüß/auch ohne Kesiexion zu thun auf den Stuhl Petri/und dessen Authoritat/den Hof mit ihren Stifftern undClösternhaben/nachWohlgcfalligkeit/schalten und walten lassen/ wordurch dem I^initt ero der Muth dermassenerwachsen ist/daß es auf einem Lckisma gedrungen/und die rechtmässigeAuthorität der Römischen Kirchen aus dem Gaüicam'schen OittriLkbav-»iüren wollen/umb nach eigenerBeliebung einen Patriarchen zu erwehlen.

Der siebenzehende Arrtcuk.

Wie FranckreiG alle dessen PolMc/ Wiffm-schafften/ Künste und GewerbWen von andern Na-tionen entlehnet/und also nichts Wr sich selbsten hat.

>us diesen vorhergehendenArtickeln erhellet genugsam / daß die Crsni»Franckreich von ihr selbsten nichts hat/ anerwogen die Regierung-'Maximen so wol/ als alle andere in Franckreich florierendeWissen-schafften und Künste von andern Nationen entlehnet/ und Minerva nichtaus dem Hirn sovis in Franckr eich ist gebohren worden Denn ob schon dieFrantzösische Nationsich rühmet und ein bildet/ allein den Verstand in demKopf zu haben/ und den Spaniern nachredet / als hätten sie dero Verstandim Cabinet/ die Teutschen aber aufder Spitz des Fingers/ ob wahre dieseNation nur zu Mecanischen Künsten gebohren/ so wollen wir unvsrzug-WdaöWiderffnel erweisen/ und ohne Passion/auch Affecttvn/ bezeigen/

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