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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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^ch^estüttgtti zu baue». Gleicherweiseward durch Eurenosen d,e StMRhodesto/ vermittelst Stratagema eingenommen / auch wahrenden Frie-dens durch Befehl von Amuralh / wie ebenfalS nach deme Adrinopel/ nachdem zwey mal geschlossenen Frieden mit den Einwohnern / welchen er Treu /Sicherheit/ Glauben und Behaltnüß versprochen hatte. Gleicherweisehaben die Franzosen durch solche Listigkeiten / und Starts, Griffe / dieStädte Pignerol/ Casal/ und Straßburg eingenommen/ und weiß MWelt / daß sie Wort und Eyd halten / wo sie nicht anders können.

zz. Beyde Partheyen haben imBrauch/ Frieden zu machen so bald sie ei-nen unglücklichen Streich empfangen / und den Feind zu bethören / Zeit zugewinnnen / neue Kräfftezu bekommen / und mit neu-gesammelter Macht /den entwaffnetenFeind wiederum überfallen/ einsoichesExempel haben wienoch unlangsten von den Türcken erfahren / im Jahr 1664. da wahrendenFriedens,Tractaten/ sie vermeinten Pest in sollen Stillstand zu überfallen.Aber solche Untreu.wider die Größen und öffentlichste Eyd-Schwüren / istum desto minder verwunderlicher an diesem Barbarischen Volck/ weil siedurch ein Gesätz ihres Propheten/ Machometh im Buch Scirabwelcher durch ein dergleichen Betrug sich der Stadt Mecha bemächtiget/vicht allein approbiert/sondern besohlen wird. Daß aber durch die Christ-liche Potentaten/ gar offt dero Vortheil / trutz allen Tractaten/ und Evd,Schwüren ersehen und genommen / und aufungegründete preetexten Krie,ge angesponnen werden/ist billig zu bekiagen/man betrachte alle die zwischenSpanien und Franckreich von hundert und funffzigJahrcn hergemacht«kacistcationes, und sage/ ob auch ein einziger Tractat von Sekten Frank-reich ist gehalten worden ; Unter Ludwig dem XlV. wäre der PyreneischeFrieden kaum geschlossen / und mit den allerhöchsten Eyden geschworenworden/ da Franckreich/ solcher Beeydigung zu wider/Portugal widerSpanien heimlich und öffentlich Hülff thäte. Von dem Münsterischen Os-nabürüggischenFrieden/zähme ich meine Gedancken.So bald war die grosseAlliantz der Alliirten durch den Nimwegischen Frieden nicht geschloffen /worzu Franckreich / wegen der bey Berghen in ^euneZovv verlohrnenSchlacht umb desto eifriger eilete/ weil es in Forchten stunde/ es möchten dieAlliirten weiter fortgehen / und weil die Finanzen erschöpfst waren / dagemewte Cron unsaumlich neue Geld-Mittel undProvisiones gesamlet/unddie Teutsche so wohl / als Holländische abgedanckte Völcker angenommen /auch verfolglich die so wol in Italien als Teutschland und Niederland nochUnverschmertzte StaatS-Wunden gemacht hat.

34. Und obschon zwischen den Religionen keine Gleichnüß zu machen /soist es doch gewiß und sicher/ daß die Cron Franckreich von den Türcken dieMaximen entlehnt hat/durchwelche sie die Calvinische Religion erstlichea

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