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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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G 49. D

«edrucket /nachmals geprest/verfolglich ausgedruckt / endlichen diesen aus-gemergelten CörpergarauSdem Leib gestoffen hat/ wie aus demTrackat,welchenMachmnet/wegenTolerierung derChristen/ hinterlassen/ undso imCarmeliter Kloster beim Berg Libano in Originali befunden / demnach tsFranckreich der Königlichen Bibliothek ist einverleibtt worden/zusehen/und vecfolglich im Capitels desDegens basWiLderspiel der ersten Satzungzu vernehmen ist. Nun halte man die Edicta von Nantes / und die da-rauf gescheheneErecutiones wider dieHuguemomn oder Caliwsten gegenobige Tractaten und Gesetze / sowird man die Gleichheitstnden/ wüche dain den Kunst-Griffen und der Unterdrückung frenibder Religionen beyder-seits angewendet sind worden/ um sie arm/verächtlich/ verdrüßlichMdunglückseclig zu machen / ja um sie gar zu vertilgen.

Zf. Beyder ReichenMimstri sindder Meinung/ man könnedemGspsetz zusetzen/ und dasselbige/ es sey Geistlich oder Weltlich / dem.gegenwär-tigen Zustand des Staats accomommsdirm / so offtalSdem Reich da-durch ein Vortheil entstehet/die Türcken zwar find m denen Gcdancken / «ssey dasG setze darum nicht gegeben worden/ um der Fortpflanzung derRe-iigion sineVechindrrnüsi/ sondern vieknchr eins Beft-rdernüß zu seyn / aberdieFrantzoftn sind in denenBetrachtungea/ein König müsse guf alle Weifttrachte« / dessen Königreich und Provintzenzu vermehren.

z 6. Beyde Nationen haben dero Reiche und Provinzen/gewaltthatigerWeift / und durch die Waffen occupiret dahrro konunet es/ daß dero Ts-setze / Gewohnheiten undLebens-ArtsichausdenMilitarsschenFußheßnden/und alle Dinge mit Gewalt und Präcipitationl geschehen; Dann es wer-den die Dings/ durch eben die Mittel erhalten / durch welche sie sind ent-sprungen;Wie nun beydeAeiche/ dasTürckischs und dasFranzöstsche/ durchgewaltige Hand/ und die Waffen sind usurpiret worden / so köimenste nichtals durch die Waffen ernehret und erhalten werden / weil der Frieden dieRahe und Süffigkeit deren Urheb zu wider sind.

27 . Wie die Türcken gewohntsind/in dero Armem wenig Weibsbilderzu gedulten/ und in fonderheit die meisten Janikscharen unvecheurathetbleiben/ um durch die Heurachkeinen Obstackel/ihr Glückzu verfolgen/sichftlbsies inden Weg zu legen : also auch in den Französischen Armeen / hatman/ währenden letzten Krieg/schier keine/als unverkMcachettSoldaft so«mittelmässigem Wer gesehen.

z8- Und gleichwie in Türckeo man alle bedenckliche Mittel erdacht hat/Mi daß alte Corpus der fürtrefflichmSpahi undhochmüchigmIanjkschs-ren zu ruiniern / und die Wmtzel der innersten Rebellionen abzuschneiden/gift auch führt man den Frantzösischen sormidabftv Adel zu Wasser und