Band 
Erster Band.
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W ASSERS'f OFFGAS UND Sa UO S J tl H G A 3)

Silber Stand , und Hessen die beiden Luftarten so lange brennen, bis der Vorrathderselben erschöpft war. In den ersten Augenblicken sahen sie die Glockedunkel werden, und sich mit Dämpfen bedecken; bald darauf sammelten siclidiese in Tröpfchen, und träufelten von allen Seiten auf das Quecksilber hinab,so, dafs sich in 20 Minuten die Oberfläche bedeckt befand. Sic sammeltendieses Wasser dadurch, dafs sie einen 'feiler unter die Glocke brachten, ohnedafs das Quecksilber hinauslief, hierauf Wasser und Quecksilber in einen glä-sernen Trichter gossen, und das Quecksilber ablaufcn liessen , so dafs sich dasW asscr allein in der Röhre des Trichters befand; es betrug etwas weniger, als5 Drachmen am Gewicht. Dieses Wasser, auf alle mögliche Art probiert,schien so rein als destillirtes , röthete die Lackmustinktur nicht, färbte denViolensyrup nicht grün, fällte das Kalkwasser nichL, kurz, durch .die bekannteReagentien konnte man nicht die geringste Beimischung darinu entdecken. Weildie beiden Luftarten durch biegsame lederne Rohren aus den Luftbehältern indie Glocke geleitet wurden, welche nicht ganz luftdicht waren, so konntensie die Menge der beiden verbrauchten Luftarten nicht genau bestimmen. (En-cyclop. method. T. III. S. 445. Lauoisier s phys. ehern. Schriften, aus demFranz, v. Link , B. IV. S. 3—10; Licht enb er g s Magaz. B. II. St. 4. S. 89bis 91 ; Weber über Luft, S. 234. 1) 2)

Scheele machte über diesen Gegenstand folgenden Versuch: Erfüllteeine starke Flasche, die etwa 16 Unzen Wasser lassen konnte, mit gröblichzerstossener Pottasche an, liefs 'M\ davon in eine Blase, welche reine Feuer-

1) Aus diesem Versuchte zog Lavoisier die Hypothese der Zusammensetzung des

W assers aus der Basis der entzündlichen und der Basis der Lebens,luft. Er glaubte sich aus diesen und andern bald nachher zugleich mit Meusniererhaltenen Resultaten berechtigt, zu schliessen, dafs zur Bildung des Wassers dem Vo-lumen nach 12 Theile Lebensluft und 22,924345 Theile entzündlicher Luft erfordertwürden, und dafs ein Pfund desselben dem Gewichte nach aus 13 Unzen sieben Drach-men 13,6 Gran Sauerstoff, und 2 Unzen 58,4 Gran der Basis der entzündlichen Luftbestände.

2) Den Tag darauf referirten sie ihre Resultate der Akademie der Wissenschaften, und

bei dieser Ge'egenheit las Vandermonde einen Brief von Monge vor, welcherbeu’iefs , dafs letzterer sich mit ähnlichen Versuchen zu Mezieres beschäftigt , imGanzen dieselben Resultate erhalten , aber sich dabei eines sehr sinnreich ausgedach -ien Apparats bedient habe , wodurch die Resultate sich noch mehr dazu gualificirtenFolgerungen zu erlauben , als der Lavoisiersche. Im ersten Bunde der ^ib -Handlungen der Pariser Akademie bemerkt Lavoisier , dafs Macquer schon1776, als er mit Sigaud de la Fond Versuche Über die entzündlich Luft anstellte ,bemerkt habe , dafs dies Gas beim Verbrennen auf ein an der Oeffnung des Gefässes,worinn die Verbre?mung geschah, stehendes Geschirr Wasser abgesetzt habe.