Band 
Erster Band.
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der ihm von ihrem Künstler miLgetheiltcn Verfertigungsmethode. Die drei Haupt-punkte der Wage waren so genau als möglich durch Messen bestimmt; die Be-wegungsachsenhatte man in einer geraden Linie fest an ihren Stellen befestigt,den Balken dann vollends bearbeitet und seine beiden Arme ins Gleichgewichtgebracht. Man prülte dann die Wage vermittelst Gewichte die man an die En-den der Arme hing, und die sich genau gleich waren. Wenn die Wage- mitdiesen Gewichten im Gleichgewichte blieb, so sah man dieses als ein Zeichenan , dafs der Balken nun gehörig und genau gerichtet sei; schlug der eine Armnieder, so wurde der andere nach und nach etwas verlängert., indem man ihnauf einem Ambofs hämmerte, bis die Verschiedenheit der Lange der beiden Arme0 war; oder bis die an beiden Annen aufgehängten gleichen Gewichte im Gleich-gewicht standen. Vor jedem Versuche sorgte man zugleich dafür , dafs mandie Arme für sich selbst ins Gleichgewicht brachte, und denjenigen mit einerf'eile verkürzte, der zu sehr verlängert worden war. Bei dieser Verfertigungs-methode kann, wie Rumford meint, die Wage die vollkommenste Gleichheitin den Längen der Arme erhalten, und folglich kann sie auch die genauestenResultate geben, wenn man sie in einer Temperatur gebraucht, die dieselbe ist,in der sie verfertigt wurde. Da es sich aber bei dieser Methode , beide Armezu einer gleichen Länge zu bringen , leicht ereignen kann, dafs der eine Armmehr gehämmert wird als der andere, so gcrieth Rumford auf den Gedan-ken , dafs durch diese Operation die Metalltextur beider Arme leicht eine sogrofse Verschiedenheit erlangt haben könne, dafs sie beide bei gleiche Wärmeeiner verschiedenen Ausdehnung unterworfen wären ; und dafs diese Verschie-denheit einen merklichen Irrthum in der Wage veranlassen könne, wenn mansie mit einem grofsen Gewichte beschwert und einem beträchtlichen Temperaturs-wechsel aussetzt.

Ihn nun seine Wage zu prüfen nahm er zwei gleiche massive kupferneKugeln die gut vergoldet und gebrannt waren 1) und hing sie mit feinen Gold-drähten an die Arme der Wage auf. Jede dieser Kugeln wog 4 975 Gran; nach-dem sie vollkommen rein abgewischt waren , und durch einen 24 Stunden dau-renden Aufenthalt in der warmen Stube die Temperatur von 61° F. erhaltenhatten, so brachte er sie bei dem genauesten Gleichgewichte in das kalte Zimmervon 26° Temperatur, wo er sie die ganze Nacht über liefs. Das Resultat diesesVersuchs gab ihm den entscheidendsten Beweis von der Genauigkeit der Wage;denn beim Hineintreten in die Stube fand er das Gleichgewicht noch so vollkoin-

j) Er wufste schon aus vorher angestellten Versuchen ; dafs die vergoldeten Oberflächen der Me-talle keine Feuchtigkeit anziehn , und dafs also durch anhängende Feuchtigkeit kein Fehlerim Versuche veranlaßt werden konnte.