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Dritter Band
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Atmosphärische Lun csd Wassebstoffgas. 313

gas gefülltes Gefäfs mit der Mündung unterwärts halte, das Gas eine beträcht-liche Zeit hindurch fast ganz rein bleibe; dafs aber, wenn die Mündung nachoben gekehrt werde, das WasserstofTgas beinahe im Augenblicke verschwinde,und die atmosphärische Luft seine Stelle einnehme. Halle bemerkt (Magie,Th. I, Berlin 1784, p. 419), »dafs eine Bouteille, aus der man alle zinkischebrennbare Luft verbraucht habe, und die man offen und ohne Pfropf stehenlassen, dennoch einen guten Knallschufs in sich halte, wenn man einen Knopf-drahtin sie stecke, und diesen dem elektrisirten ersten Leiter nähere. Priest-ley beobachtete (de Luc’s neue Ideen über Meteorologie, Th. 11, 1788, p.208)dafs in einer Flasche, die ein Gemenge von infiammabler und atmosphärischerLuft enthielt, dasselbe Verhältnifs beider Gasarten im obern und untern Theiledes Gefäfses Statt fand.

Chemische Einwirkungen durch blofs es Zusammen sein.—Priestley fand ein Gemenge aus 2 Theilen gemeiner, und einem Theile ent-zündlicher Luft, das seit dem 30. Sommerinonds 1779 in einem Gefäfse mitWasser gestanden hatte, am 18. Lenzmonds 1780 um den zwölften Theil ver-mindert-, es brannte alsdann mit einer blauen sich ausbreitenden Flamme. EinGemenge aus einem Theile entzündlicher und zwei Theilen gemeiner Luft,welches seit dem Sommermonat 1779 auf bewahrt worden war, fand er am 20.Iieumonds 1780 um den dreizehnten Theil vermindert; aber schon am fünftendes vorhergehenden Weinmonats war es fast in demselben Grade vermindertgewesen. Es brannte mit beträchtlichem Krachen. (Pries tley’s Vers, undBeobacht, über verschied. Theile der Naturlehre, B. II, 1782, p. 79.) Priest-ley will bemerkt haben, dafs sich die brennbare Luft weit geschwinder im Au-genblicke ihrer Entstehung (besser ihrer Entbindung) mit der atmosphärischenLuft zersetze, als einige Zeit nachher. Als er nemlich die brennbare Luft imAugenblicke der Ausscheidung in eine Masse gemeiner Luft brachte, so ver-minderten die Gasarten sich geschwind, und das Ueberbleibsel war sehr ver-dorben ; liefs man aber dieselbe Menge schon ausgeschiedener entzündbarerLuft auf ein Mal in dieselbe Menge gemeiner Luft gehen , so wurde weit mehrZeit zu der Zersetzung erfordert. (Priestley’s Versuche und Beobacht, überverschied. Theile der Naturlehre, B. II, 1782, p. 69 — 70; de la Metlierieüber reine Luft, Th. I, Leipzig 1791 , p. l6 ; Kirwan’s phys. ehern. Schriften,Crell’s Uebersetz., B. I, p. 78; Encyclop. method. Chimie , T. III, p. 467 ;Sennebier’s pliys. chem. Abhandl. über den Einflufs des Sonnenlichts, Th.IV, Leipzig 1785, p. 241.) Dr. Schra ud führt an (Creli’s chem. Annal. B. II,1784, p. 331), Priestley habe einst gefunden, dafs von einem Gemenge ge-meiner und entzündbarer Luft nach einiger Zeit beinahe der vierte Theil derangewandten gemeinen Luft abgegangen sei, und Scheele habe ähnliche Be-

MEYERS SYST. DARST. I. TH. II, BAND. II. AETH. ft V