50 Zweyter Brief. West-Drayton.
nur einmal zur Gerste geackert. Man rechnet vonvier Scheffeln Einsaat ohngefähr zwey und dreyßigScheffel.
Der Weg von Newark nach Tuxford ist vortreff-lich unterhalten. Die Gewohnheit, den Mittelrü-cken der Acker sehr hoch auszuweiden, ist in der gan-zen Gegend weit umher, auch im leichtesten Boden,üblich. Die Pachter sind aber zu nachläßig, dasWasser, welches in den tiefen Wasserfurchen stehenbleibt, abzuleiten, welches schlechte Wirthe anzeigt.
AuWest-Drayton fand ich einen Wirthschafts-verständigen, von dem ich wegen der hiesigen Land-wirthschaft zuverläßige Nachrichten einziehen konnte.Der Boden ist sehr fruchtbar, wenn er gleich mitetwas Kies und Sand vermengt ist. Das Pflug-land giebt zehn bis zwölf Schillinge, das Graslandaber fünfzehn bis zwanzig Schillinge vom Acker.Die Pachtungen sind nicht stark, und nur von vier-zig bis hundert Pfund Sterlings. Sie säen erstlichRüben, alsdenn Gerste, ein Jahr Klee, und zuletztWeizen; diese Einrichtung ist in einem Boden, derfett genug zu Weizen und leicht genug zu Rüben ist,vortrefflich. Sie führen ihren Dünger alle auf dasRübenfedl, vermischen ihn aber nicht mit Kleyerdeaber Rasen. Zuweilen fahren sie Kalk auf das Feld,ohne darauf zu sehen, was hinein gesäet werden soll.Man streuet insgemein vier Quarters oder zwey unddreyßig Scheffel auf den Acker; der Quarter kostetbeynahe zween Schillinge, das Fuhrlohn aber weitmehr. Diese Düngung giebt dem Felde mir aufein Jahr Nutzen. Zuweilen stechen sie auch den altenRasen ab, und verbrennen solchen.
Das Rübenfeld wird drey bis fünfmal gepflügt,und einmal gehackt. Man rechnet die Nutzung ei-