Band 
Erster Theil.
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64 Dritter Brief. Sheffield.

darum reiset. Es liegt auf einem Hügel, von demein steiler Weg in ein herrliches fruchtbares Thal hin-abgeht, das aus den schönsten grünen Wiesen, He-iken und einzelnen Bäumen besteht. Drey kleineFlüsse schlänge!» stch in verschiedenen Richtungendurch diese reizende Fläche, und verkriechen sich baldhinter dem Gebüsche, bald kommen sie wieder unver-muthet darunter hervor. Man erblickt sie an acht-zehn verschiedenen Stellen, ohne daß solche mit ein-ander zusammen zu hängen scheinen; ein Maler kannstch keine schönere Scene wünschen. Das Thal istmit Hügeln, die bis an die oberste Spitze angebauetsind, eingefaßt, und hin und wieder sieht man Dör-fer liegen. Auf der einen Seite steht man Rother-ham zu seinen Füßen, und Sheffield liegt sechsMeilen weit im Thale. Da der Umfang so groß ist,so hat das Auge bey aller Abwechselung doch auchwieder eine gewisse Ruhe, und kann diese reizendeGegend mit desto mehrerer Muse betrachten.

Der Weg von Rotherham nach Sheffield istsehr schlecht, voller Steine und Löcher. Sheffieldhat dreyßigtausend Einwohner, die größtentheilsMesserschmiede, Klempner und andere Eisenarbeitecsind, oder bey der Seidenmühle arbeiten. Eine ge-naue Nachricht kann von einem, der dir Landwirth-schaft zum Hauptzwecke seiner Reise hat, nicht ver-langt werden. Die Klempner, Stahl-und Eisen-arbeiter, deren etliche hundert sind, werden von neunSchillingen wöchentlich bis zu sechzig Pfund Ster-lings des Jahres bezahlt, nachdem einer vorzüglichzu feiner und künstlicher Arbeit zu gebrauchen ist.Die Mägdchen verdienen vier bis fünf, ja einige sogar neun Schillinge die Woche. Sie arbeiten täg-lich dreyzehn Stunden, die Stunden zum Ausruhenmitgerechnet.