IL8 Vierter Brief. Holderiiess.
missaricn rechtschaffene Männer wären, da aber inden meisten Fällen schlechte Leute dazu genommenwerden, so haben die Landbesitzer Ursache sich sehr zufürchten.
Man glaubt insgemein, daß ein eingeschlossenerAcker einen doppelten Pacht giebt, viele eilen des-wegen solches zu Stande zu bringen, finden abernachgehende, daß die Kosten den größten Theil desProfits verschlingen. Wenn jene aber den Nutzenauch nicht übersteigen, so gehören doch oft sechs undmehrere Jahre dazu, bis man einigen Vortheil hak.Eewcgt man, wie wenig Besitzer von Ländereyen,wenn sie gleich übrigens in guten Umständen sind, solange auf den Ersatz der Kosten warten können; wieoft sie dadurch, daß sie den Commissarien die Kostender Einzäunung so lange voraus bezahlen müssen,an der Erziehung und dem Etablissement ihrer Kin-der verhindert werden, wie oft sie dadurch ihr Haa-res Geld verlieren, und nachgehende außer Standesind, ihre eingezäunten Felder gehörig zu bebauen;so dünkt mich, ist es unläugbar, daß die Vortheiledes Einzäunens für die meisten Besitzer von gerin-ger Erheblichkeit sind, wenigstens in Vergleich des-sen, was sie bey einer billigern und wohlfeilem Ein-theilung seyn könnten.
Sie dürfen sich nicht wundern, meinHerr, daß derPacht einesAckers in hiesigenGegenden, gleich nach derEinzäunung, nicht über fünf bis sechs Schillinge, undbey einigen nur um einen und einen halben bis zweySchillinge gestiegen. In starkem fetten Boden, wozumal Grasland ist, hat sich der Pacht etwas mehrerhöhet. Die Hauptursache davon liegt in derschlechten Landwirthschaft. Es fehlt an Wiesen,man weiß fast gar nichts von Klee, Raygras und