Band 
Vierter Theil.
JPEG-Download
 

Z5r

Zwey und vierzigster Brief.

Gerste und Haber.

Die Mittelzahl von allen Versuchen,- Habe ichauf jedcmAcker sechs und dreyßig Scheffel zu seyn be-funden. Hieraus erhellet, daß das Säen auf trock-nen Boden in engen Zeilen z. E. neun bis zwülfZollvon einander sehr zuträglich ist. Die Pachter inKent haben deswegen eine schmale Pferdchacke, odereigentlich einen Erdstoßer erfunden, womit sie zwi-schen neun Zoll weiten Zeilen auflockern können.Ein andrer wichtiger Umstand ist, daß sich bey dieserMethode beym letzten Auflockern Klee säen, und zu-gleich unter arbeiten läßt, welches weit besser ist, alswenn man den Samen nach der gewöhnlichen Art indie Erde wälzet.

Vergleichung der alten und neuen Methode.

Wir haben auf dieser Reise gesehen, daß ver-schiedene Landwirthc Proben angestellt, um dieseMethoden mit einander zu vergleichen, die wir nichtmit Stillschweigen übergehen können. Diese Pro-ben sind mit allerley Feldfrüchten sehr verschiedenausgefallen, bald hat die alte bald die neue den Vor-zug gehabt. Wenn ich alle nach der alten Methodegesäeten Fcldfrüchte zusammen ziehe, so kommt fürden Ertrag eines Ackers im Durchschnitt zwanzigund drey Viertel Scheffel, und auf einen Acker nachder neuen Methode drey und zwanzig und ein Vier-tel Scheffel, folglich hat letztere nicht mehr als dcitte-halb Scheffel auf einen Acker voraus.

Es müssen aber noch genauere Versuche hierüberangestellt werden. So viel ist indessen wohl ausge-macht , daß das Säen in engen Zeilen und das Auf-lockern in engen Zeilen, nach der kentischcn Methodeam vortheilhaftesten ist, und daß hingegen das breite

Säen