Band 
Vierter Theil.
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, Vier und fünfzigster Brief 411

Noch reißen könnten. So geringe es auch scheint,so vielen Einfluß hat doch die jetzt cinreißende Ge-wohnheit, daß so wohl Männer als Weiber es füreinen Theil ihrer nothwendigen Nahrung ansehen,und durch das Hin- und Herlaufen zum Theetrinken,viel Zeit verlieren. Ja in dem östlichen Theil vonKent verlangen die Knechte und Mägde jetzt von denPachtern Thee zum Frühstück.

Wenn die Armen wahrhafte Noth leiden, wennder Lohn nicht zu den äußersten Bedürfnissen zureichenwill, wenn sie sich nicht warm und reinlich kleiden,und mit gesunden Speisen erhalten können, wennKranke sich nicht helfen, Witwen und Waisen kei-nen Unterhalt finden, Alte und Unvermögendenichts mehr verdienen können, so ist es Zeit seinenNebcnmenschcn zu helfen; so mag man den Lohnund die Armensteucr erhöhen: alsdenn fordert es dieMenschlichkeit, und unsre Nation ist in solchen Fäl-len nicht taub.

Man muß hier nur recht unterscheiden, woraufes ankommt. Soll der Lohn und die Steuer erhö-het, und der Preis der Lebensmittel deswegen ernie-driget werden, damit der müßige Arme so gut lebenkann,^ls der fleißige Arbeiter? Oder sollen die Be-dürfnisse der Armen mit den Mitteln sich solche zuerwerben, nur in ein Gleichgewicht gebracht werden,so daß die Fleißigen gut leben können? Ich müßtemich sehr irren, wenn das Letzte nicht die Absichtwäre.

Weiter: wenn dieß ist, wer wird sich bey derErhöhung des Lohns besser befinden? Ich behaupte,nicht diejenigen, welche es am meisten gebrauchen:kaum der vierte Theil der Erhöhung, wird denen indie Hände kommen, wo der Lohn sehr niedrig ist,