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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
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OeKeZn. Vegetad. Oas).(IO.HI. Oe Vmo. 997

den, ohne das, was ich schon vorher berühret habe: i)Alle weisse oder blance und gelbli-che Weine können, solcher Farbe halber, natürlich seyn: Sind sie aber sehr gelbe, so sindsie entweder mit gebranntem Zucker oder auf andere Art gefärbet, oder aber sie habendie Farbe vom Eichen-Holtze aus denen neuen Vassern bekommen ; 2) Von denen ro-then Weinen dienet dis zur Nachricht: daß zur Noth die sehr dünne-rothe natürlichrothe, die starck und dick-rothe aber selten, ja fast niemahls , also roth von Natur, son-dern entweder mit rothen 8amgj oder mit rothen-Holtz-Spänen oder mit Heydelbeeren,kleinen Rosicnen, oder noch auf andere Artgefarbet find, wie man auch hiermit inFranck-reich gantz kein Geheimniß draus machet, sondern die Weinfchencken schütten bey ausge-leerten ödes abgezogenen Wein-Vässern,die im Vaß gewesene Sc pro ünÄurg gediente,exrrabirte Spane, oder andere iVIslerim vor ihre Thüren auf Die Strasse, z) Gleichwiedie Neiffi'gkeit und Süßigkeit der Trauben allein von der DiZeltion und Warme derSonnen herkommt, so ist es wohl natürlich, daß auch die besten Weine in denen warmenLandern wachsen, dabey auch noch dieses die Süßigkeit und Stärcke des Weines vermeh-ret oder cancsnrriret, wenn sie an einigen Orten die Trauben noch länger an denenStöcken hangen und halb einschrumpeln lassen, als wodurch ihnen vieles unnütze Wassernoch entgehet. Man kan demnach sagen: Je weiter die-Länder nach Mitternacht zu lie-gen, je schlechter fallen die Weine; 4) Daß die meiste süsse Weine entweder gar nicht ksr-menr ret oder gegohren haben, oder aber doch nur mit einigem gegohrnen Weine ver-mischt sind ; ;) Daß unter denen süssen Weinen viele gekochte, auch viele künstlich ge-machte sind; 6) Daß bey denen süssenWeinen keine Verfälschung mit dem ImrNgrAyrio kanangebracht werden, dahingegen aber einige gar den emplo^iren sollen: als

welcher noch schwerer, denn die Bley-Sachen, zu ckscouvriren: 7) Daß man aber umso vielmehr mit denen Rhein-MaynFranckm-und andern säuerlich-schmeckenden Weinenallerhand Künsteley, Verfälschung und Betrügerey, darunter einige Gifft-mäßige Wür-ckungen bey denen.Menschen haben, fürnimmet und ausübet, davon ich hernach noch et-was erwehnen werde.

Die mir bekannte und in Europa allermeist gebräuchlichste Wein-Sorten sindohn-gefehr folgende:

g) Von denen entlegensten Weinen will ich, als die noch gebräuchlichsten, rechnendiejenigen, die von denen Canarischen Znsuln von kalmg und iVIgäern, kommen, da derletzte Vmo äe iVlzäsra und der erste VLno8sLco, insgemein ?s!m-8Lc genannt wird: DieTeutschen aber haben sichs angewöhnet, an statt des Wortes 8ecco, oder 8ec, Sect,also entweder Palm-Sect oder Canarien-Seet zu sagen, welcher Nahme indessen dochgar nichts sagen will : Einige teutsche Gelehrce haben dis Wort von Sack oder Säckeherleiten und sxpiiciren wollen, weil man solchen Wein erstlich in ledernen Sacken oderSchlauchen füllet, verführet, versendet, dabey noch einige hinzugesetzet,daß man den Weinin Sacken aus Feuer hienge, und ihn auf solche Weise noch mehr mgrurirte und Loncsn-rrirte: allein das letzte ist falsch, und das erste, daß er in Sacke gefüllet und versandtwird, ist in so weit wohl richtig - aber daher hat deßhalb der Wein nicht den Nahmen,sonst müsten alle andere Weine, die man nicht allein auf denen Canarischen, sondernauch auf verschiedenen andern Jnsuln, zum theil schon in Italien und Spanien inSchläu-che und Säcke, aus Mangel des Holtzes und guter Vässer, füllet, Seet genennetwerden.In allen diesen Ländern allwo Vino 8ecco herkommt, klinget auch der Nahme vom

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