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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
Entstehung
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k. V. l)e Re§no Mnerali, Oax. XXIX. ve §tanno. 1445

Das EnglischeZmn ist compgrgüve dasreineste: doch fehlet eSauch nicht anVer-falschungm, undwerden viel 1020. Centnerdavon verarbeitet, darunter zwar EnglischZinn seyn kan: doch aber nicht einmahl als Englische Zmn-^elgirZe anzusehen ist: Manglaubts aber doch, weil dasZeichen eines Engels darauf stehet: Indessen ist es allerdingseine cb/mische Arbeit, ob es wohl von klecbarücis gemacht wirb; Denn es dienetzu wissen:

1) Daß das reine EnglischeZmn niemahlssoroh verarbeitet, wohl aber als Skan-gen-Zinn verkaufst wird;

2) Daß es selbst in Engelland, wenn sie Schüsseln, Teller rc. machen wollen, mit al-lerhand versetzet wird;

z) Daß kein rechtes rohes Zinn aus Engelland heraus kommen soll: Das unver-arbeitete Zinn heist Stangen-Zinn, und wird heraus gelassen.

4) Wie aber die Zusätze zum Zinne in Engelland selbst nicht einerley, und bey denenvornehmsten Zinn-Giessern vor das gröste ^rcanum gehalten werden, so hat man dahe-ro in Engelland selbsten nicht einerley leZines verarbeitetes Zinn, sondern es hat immereiner vordem andern einen bessern Zusatz, und habe ich in London nur drey gekannt, diegleichsam Silberhafft aussehendes und hartes Zinn gehabt: Jedoch habe ich nicht gefun-den, daß sie es mit Bley versetzt, weil solches das Zinn verunreiniget und heßlich macht:Man könnte also mit reinem unverarbeiteten Englischen Zinne in TeucschlanD auch der-gleichen machen, wenn man der Engellander Zusätze wüste: Wiewohl solches vor einemin der Chymie unerfahrnen Zinn-Arbeirer, als was schweres, auch von unsern Teut-schen schwer zu vermuthen ist, so lange sie die schädliche Versetzung mit dem Bleye im Kopf-fe haben, welches in der Kepudli^ue nicht einmahl gelitten werben sollte, weil es höchstschädlich ist, wenn nur saure und salhige Dinge daraus gegessen odergetruncken werden,indem davon ein /tcerum L^rkaro^, entstehet. Die Sache selbsten beruhet:

1) In Qroilirung bequemlicher und unschädlicher Materien; 2) In der rechtenProportion, als ohne welche es nicht leicht zu treffen ist:

Sie brauchen hierzu kso-ulurn Anrimonü marcialem, Ainck, Wißmttth, Kupf-fer, Meßing, Eisen, Printz-Merall etc. bald eines, bald das andere in verschiedener Pro-portion : Sie dienen zum Harten und Klingend-Machen, und kan offt ein Pfund einengantzen Centner Zinn harr und klingend machen.

Vermischet man, im Flusse, zu 20. Theilen Zinn i Theil Kupffer, so wird dasZinn viel dauerhaffrer, und läst sich noch verarbeiten, ob es gleich etwas spröde worden.Unsere nülerMs lVUxrur ist bekannt, da man zu sechs Pfunden Zinn ein Pfund Bleysetzt; Anderswo, als in Sachsen, setzen sie doch nur noch zu zehen Pfunden Zinn einPfund Bley: Doch ist dieser Zusatz ebenfalls schädlich.

Wenn die Zinn-Gießer probiren wollen, wie viel Bley beym Zinne ist, so pflegensie:

i) Mit denen Zahnen darein zu beissen, und es an dem mehrern oder wenigemKnirschen zu probiren, weil das reine Zinn ziemlich knirscht; oder 2) siegiessen rein Zinnin eine Kugelform, wiegen es und notiren das Gewicht, hernach giessen sie mit Bleyverfälschtes Zinn eben in dieselbe, und wiegen es, und so können sie prseter proprer dieQuantität Des Bleyes urtheilen.

Oiz'miLl können es mir Luecis, H.eero äelMaco, Lucco Qtri 6cc. proki-

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