Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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durch eine Fensterscheibe betrachtet, in ihrer natürlichenGröße und Gestalt; nur etwa um den dritten Theil derGtaödicke naher gerückt. Ist diese Dicke unbeträchtlich,so kan man ohne merklichen Fehler annehinen, der Licht-stral gehe ungebrochen hindurch.

5 . Geht der Stral durch ein Mittel, welches zwonicht parallele Ebnen begrenzen, z. B. durch ein gläsernesPrisma, so wird er beym Ausgange aus demselben eineandere Richtung als beym Eingänge haben.

6 . Geht ein Stral durch mehrere mit parallelen Eb-nen einander berührende Mittel von verschiedener Dichte,so wird im letzten derselben die Brechung so groß seyn, alswenn der Stral unmittelbar aus dem ersten Mittel insletzte übergegangen wäre.

Hieher gehört auch die Erklärung einiger sehr bekann-ten Phänomene der Brechung. Einem Auge außer demWasser erscheinen Gegenstände im Wasser allezeit höher,als sie wirklich liegen. Dem Auge in 5 (Taf. I V. Fig. 72 .)würde der unter dem Wasser liegende Punkt I(, weil derder Weg des StralsI! L 8 ist, nach der Linie 8 L, undalso um O zu liegen scheinen. So scheint der Boden einesGefäßes mit Wasser höher zu liegen und hohl; ein Geld-stück auf dem Boden eines Gefäßes, das der Rand desGefäßes verdeckt, wird sichtbar, wenn man Wasser dar-über gießt; der Fisch im Wasser wird nicht an seinem wah-ren Orte, sondern höher nach der Oberfläche hin, gesehen;von einem schief ins Wasser gehaltnen Scabe erscheint je-der im Wasser befindliche Theil höher, als er wirklich liegt,und da dies den Theilen außer dem Wasser nicht wieder-sähe, so scheint der Stab gebrochen u. s. w. Wie un-bestimmt Hiebey der eigentliche Ort des Bildes sey, s. beydem Worte: Bild.

Von der Brechung in gekrümmten Flächen wird beydem Worte: Linsengläser, und von der Brechung desLichts beym Durchgänge durch die Atmosphäre in dem Ar-tikel: Grralenbrechung, astronomische, gehandletwerden.