Pflanzen Historie. 217
bis an ihren Gipfel, den man den Zopf nennet/und eine Stammhöhe von fünfzig und mehrernSchuhen auöträgt. Wenn aber ein solches Ober»holz nicht in genügsamer Dichte beysammen siehet/so wächset es in die Aeste/ und giebt rauhe undviel kürzere Bäume ab / deren auch zehrn so vielPlatz einnehmen, als jener zwanzig/ welches dem»nach ein mehr als gedoppelter Schade ist. Deß»wegen hütet sich ein guter Wirth sehr vor demLichten seines Holzes/ daß er nemlich so wenigein Bohnenstängelein als eine Hopfenstange her»aus nehmen lässet / es sey dann / daß solche vonselbsten / auch schon vor guter Zeit / abgestorbenseyn. Und dieser Schade des Lichrens ist imTangelholz noch grösser als im Laubholz / zumal/wann man zu seiner Zelt die schönste und kostbarstehohe Stämme heraus nehmen lässet/ in der thö,richten Einbildung / die anderen Bäume werdenum so eher zu jener Dicke und Höhe nachwachsen.Aber vergebens : Denn so bald der Duiel oderobere Theil der Bäume nur wenig Raum bekommt/seine Aeste auf die Seiten auszubreiten / so baldstehet er nahe zu still/ in die kostbarste Höhe undStärke feines Stammes ferner zn wachsen ; zugeschweige«/daß bey dem Lichten denen schädlichenWinden Gewalt gegeben wird/ die nächste jungeBäume zu drehen/ daß ihr Holz windig odergewunden/und zu vielem mechanischem GebrauchQ 5 unnützbar