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seine ganze Frömmigkeit. Für wahre Andacht, die-ses Vertrauen und Sehnsuchtsvolle Emporstrebendes Geschöpfes zu seinem Schöpfer, diese schöneErgießung eines liebevollen reinen Herzens, dieseshimmlische Erbtheil zarter, tugendhafter Seelen,war Philipps Herz ganz unempfänglich. Sein Ver-hältniß zu dem höchsten Wesen war blos ein unun-terbrochener AccomodationS-Versuch, ein stetes Un-terhandeln des Lasters mit einer ewig strafenden Ge-rechtigkeit. Die Gottheit kannte er nicht, ihrBild wohnte nie in dem Busen eines Philipps;denn sonst hätte er nicht die Altare des Welt-Hei-lands mit Menschenblut bespritzt, nicht ihm zu Eh-ren die schrecklichen Flammen brennender Scheiter-haufen in allen seinen Reichen lodern lassen.
Dies ist Philipps Bild, wie es Zug für Zugaus den Handlungen eines vier und vierzigjährigenöffentlichen Lebens hervorgeht. *) Das schonendsteUrtheil über ihn ist also: Philipp war ein höchstbeschränkter Kopf, hatte ein noch schlechteres Herz,und Leidenschaften von der niedrigsten und verwor-fensten Art. Eine schlecht geleitete Erziehung konn-te nicht ersetzen, was die Natur ihm versagte undin sich selbst fand er nicht Kraft des Willens genugum durch eigene Anstrengung sich über das zu er-heben, wozu Ungunst der Natur, schlechte Erzie-hung, noch sündhafter Leidenschaften und ein höchstunseliges, widerwärtiges Temperament ihn ver-dammt hatten.
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