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der Unterwerfung Deutschlands sieht er seine künf-tige Oberherschaft über Europa; aber einige zurasche, zu unvorsichtige Schritte entdecken zu frühedas stolze Ziel, dem er entgegen eilt. Jetzt ge-räth alles in Bewegung, überall ergreift man dieWaffen, und so beginnt das verzweifelte, dreyßig-jährige blutige Würfelspiel um Deutschland unddas Imperium Itlunäi.
Ferdinand kämpfte zwar für die Aufrechthal-tung der römischen Kirche; aber er war wederHeuchler noch Schwärmer, sondern er fühlte nur,daß seine Zwecke und fein politischer Interessemit jenem der Kirche auf das engste verknüpftwären. Hierüber verdient er also eben so wenigVorwürfe, als Frankreichs großer Minister einenTadel verdienen konnte, daß er die Hugenottenbekämpft, ihre Schlosser geschleift, Röchelte er-obert, den Centralpunkt ihrer Kräfte und ihrerExistenz zerstört und die katholische Religion zurherrschenden Religion Frankreichs gehoben hat.Wie Richelieu, glaubte auch Ferdinand sich über-zeugt, daß Einheit der Kirche von der Ein-heit des Staates unzertrennlich und beydeszur Größe und Stärke einer Monarchie unum-gänglich nothwendig sey. Wenn übrigens Ferdi-nand und seine Räthe aus eigner Erfahrung wuß-ten, daß 'aus dem evangelischen Protestantismusgewöhnlich auch ein Politischer hervorgehe , und daßdieser, da jener seiner Natur nach stets fortschrei-ten muß und auf keinem Punkte still stehen kann,nun ebenfalls weder ein festes Ziel, noch ein'
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