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^ endliche Grenzlinie erkennen werde; so ist es wahr-^ lich kein Wunder, daß auch Ferdinand die katho-lische Religion in seinen Erbstaaten, wie in ganzDeutschland zur allein herrschenden erhoben wis-ftn wollte.
Man hat eine sehr irrige Ansicht, wenn manglaubt: Deutschland habe in diesem langen, alles' menschliche Elend in seiner fürchterlichsten Gestaltherbeyführenden Krieg für seine Freyheit und Gelbst-er standigkeit gekämpft. Wie konnte man noch vonM, Selbstständigkeit träumen, wo sogar beynahe die<H Nationalität verloren war ? ?) Deutschland bluteteV beynahe dreyßig Jahre, nur um zu wissen , ob essich unter dem Szepter Oesterreichs beugen, oderjn dem Dienste Schwedens dem Norden frohnen,oder endlich dem gebietenden Einfluß Frankreichs^ jn Zukunft huldigen sollte. Ein Staat, in dessenß« eigener Kraft nicht die Garantie seiner Unabhäng-mx. lichkeit liegt, sondern eines fremden Schutzes be-darf, hat aufgehört ein freyer Staat zu seyn.«k Kaum wehrten Schwedens Fahnen siegreich in dem
E O In so ferne Einheit der Staats - Verfassung die Bedin-" ' gunz der Einheit der Nation ist: so eristirte diese offenbar
M schon vor jenem Krieg .nicht mehr, indem ja alle Bande
welche Deutschland zu einem Körper vereinen und dessenWi! Verfassung zusammen halten sollten, durch die ReligionsM Trennung völlig "zerrissen, oder gänzlich erschlafft waren ,, . und alle Reichs und Cvnstitutions -- Gesetze bald von dem
^ einen, bald von dem andern Theile entweder mit offen-
barer Gewalt übertreten, oder mit Schlauheit umgangeni wurden.
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