Auf dem Congreß in Münster wurde zwar — wel-ches im Ganzen überflüßig war — die Unabhän-gigkeit und Freyheit der Schweiß öffentlich pro-klamirt. In dem Sinne dieses WestphälischenFriedens, sollte dieses starke, von der Natur be-festigte und friedliebende Gebürg-Land eine ewigeSchutzwehr zwischen Frankreich und Oesterreichs§yn; aber die politischen und merkantilischcn Ver-hältnisse der Schweitz, so wie ihre ganze geogra-phische Lage waren Frankreich ungleich günstigerals Oesterreich.
Wegen der längst erftorbenen jedoch nicht ganzvergessenen Ansprüche Oesterreichs auf Helvetien,erblickten die tapfern Alpenbewohner in dem Habs-spurgischen Hause stets noch den natürlichen Feindihrer unabhängigen Existenz. Aber von Frankreichbegrenzt, und mit dessen Interesse, durch merkan-tilische Verhältnisse und permanente Subsidien
dien, so hatten sich deswegen doch lange noch nicht alleDissonanzen zwischen Frankreich «:nd Spanien in ganz voll-kommen reine Akkorde aufgelößt. Als aber unter Georg i.Großbrittanien, bey Gelegenheit eines zwischen Frankreichund Spanien durch Weibergeklätsch und Famklien - Zwist ent-standenen Krieges, sich mit der ersten Macht verband, »ndmit einer kaufmännischen Politik, welche selten über denProspekt des nahen Gewinns hinsusdlickt, die ganze SpanischeMarine verbrannte, erst dann war Spanien gezwungen, sichgänzlich in die Arme Frankreichs zu -werfen. Unstreitig wares England selbst, welches den Grund zu jenem berühmtenFamilien-Pakt legte, der späterhin die Spanische Macht mitjener Frankreichs sv zu sagen völlig ideutifizirte.