Oesterreich haltende und die Unabhängigkeit Itali-ens schützende Macht betrachteten ?
Ohne also der Geschichte Gewalt an zuthun,oder Thatsachen auf willkührliche Systeme zu redu-ziren, darfmankühn behaupten: daß der Grund je-ner, während und nach der Revolution, so grenzen-los angeschwollenen und alles zerschmetternden MachtFrankreichs mehr in dem Utrechter Frieden, als inder, durch den Freyheits Schwindel des revolu-tionären Frankreichs, erzeugten Ueberspannungder Gemüther zu suchen sey. Wäre nach dem To-de Ludwigs XIV. in den Annalen Frankreichs nichteine Lücke, eine wahre historische Einöde entstanden;wär- jene ganze Periode, in welcher FrankreichsSchicksal in den schwachen Händen des unthätigenin Wollust versunkenen Ludwigs XIV. ruhete, inder französischen Geschichte nicht als ein bloses,mit einer eckelhasten Episode angefülltes Parcnthc-fis und Claudatur zu betrachten; so würde dieWahrheit der so eben aufgestellten Ansicht sich un-fehlbar durch die Geschichte selbst erwiesen haben.
Frankreich war freylich bey dem Tode Lud-wigs XIV. äusserst erschöpft; aber jeder französi-sche Minister hätte damals zu ganz Europa sa-gen können, was der Großvezier nach der gänz-lichen Niederlage der türkischen Flotten bey Le-panto, dem Venetianischen Gesandten sagte, alsdieser, stolz auf jenen Sieg, zu welchem auch dieSchiffe seiner Republik viel beygetragen hatten,in einem prachtvollen Anzug zu ihm gieng und ineinem trotzigen Tone Gehör verlangte. »Ich will
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