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Ueber den Geist und die Folgen der Reformation besonders in Hinsicht der Entwickelung des Europäischen Staaten-Systems : Als ein Seitenstück zu der von dem National-Institut zu Paris vor einigen Jahren gekrönten Preisschrift des Herrn von Villers / Friedrich von Kerz ; Maximilian Prechtl
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mindermächtigen Staaten nicht Frankreich an-greiften, sondern blos dessen ferneren Fortschrit-te mit Erfolg entgegen wirken konnte. Von derErhaltung Oesterreichs hing also handgreiflich dieSicherheit aller andern kleinen Staaten und dieUnabhängigkeit von ganz Europa ab. Aber kaumzeigte die französische Schlauheit eben diesen Mäch-ten den sichern Prospekt eines nahen trügerischenGewinnes, als alle sich auch sogleich verbanden,um den einzigen festen Pfeiler, auf welchem dasSystem des Europäischen Gleichgewichts noch rü-hrte, aus allen Kräften zu erschüttern. Wurdedamals Oesterreich nach dem Plane Belle-Jsles zer-stückelt, so war auch Frankreich die einzige herr-schende Macht, und der ganze Continent standunter feinem gebietenden Einfluß; als einen Be-weis der hohen Achtung, in welchem damals dasdeutsche Reich bey dem Auslande stand, hattedessen neu erwählter Kaiser, aus dem BayerischenHause, schon von Frankreich sogar das Pa-tent eines französischen General - Lieutenants er-halten.

Jetzt mochte vielleicht England den großenMißgriff erkannt haben, den man ihm in dem,durch den erledigten Pohlnischen Thron, herbeyge,führten Krieg mit vollem Recht vorzuwerfen ha<1e. Hätte England in jener Epoche Oesterreichaus allen Kräften unterstützt, so würde nachherschwerlich ein von dem glänzendsten Erfolge schonim Voraus ganz trunkener Bund sich gegen KarlsErben so schnell gebildet haben. Jetzt vermochte