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Friedrich Hoffmanns Kurtze doch gründliche Beschreibung des Saltz-Wercks in Halle : Dabey viele physicalische curieuse quæstiones von dem Saltze, Ursprung der Saltz-Quellen, Unterscheid und Nutzen, auch præparation des Saltzes erleutert werden/ Zum gemeinen Besten entworffen
Entstehung
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_ «tzc-H» _ _

Eigenschafften begäbet. Die zwo ersten sind eine Geburt der Erden; dasdritte wird enthalten ursprünglich in der Lufft. Die ersten zwo sind dasgemeine Saltz/ und das mineralische Saltz/ welches vitriolum pfleget ge-nennel zu werden/ das dritte ist der Salpeter. Gleichwie nun die Natur indrey Reiche eingetheilet wird/ als das Reich der Thiere/ der Erdgewächse/und der Mineralien: also oblerviret man sonderlich/daß diese drey Haupt-Saltze zu conlervarion und Wachsthum der Cörper in diesen drey Reichenviel comriduiren. Den Psiantzen und veZembUibus körnt hauptsächlichzu starten das in der Lufft enthaltene nitrostsche Salh/ welches nicht alleinvermittelst des Negenwassers/ sondern auch/ indem es sich m den oberstenTheil einer subtilen fetten Erde hinein ziehet / den Erdgewächsen mitgethei-let wird/ dadurch sie ihre Fortpflanhung vornemlich haben. In dem Reichder unterirdischen Cörper befindet man sonderlich das virriolische Saltz/welches sich fast bey allen mineri8, bey dem Schwefel/ Steinen/Thon/ Let-ten häufsig findet. Den Thieren aber/ und sonderlich den Menschen /körnt außer dem lufftigen und nitroKschen Salh sonderlich zu statten das ge-meine" Saltz/ welches wir täglich in Speisen gemessen/ und das zu Dau-rung/ Leben und Gesundheit nicht wenig conrribuiret: auch stmften derFäulung unsers Cörpers und anderer Dinge reüttiret. Saltz soll bey denEbräern den Nahmen haben von seiner Schärffe/ daß es beisse/ und Fleischund Fische erhält/daß es nicht riechend werde/ oder verderbe. Beyden Grie-chen heißt es »als, mit welchem Nahmen auch das Meer benennet wird;Denn weil man bey den Griechen aus dem gesalhnen Meer Saltz an der Son-ne gedörret/ hat Meer und Saltz Einen Nahmen/ und werden auch vielOerter Halle genennet/ da man Saltz siedet/ als Hall in Jnthal im Tyroli-fchen/ Hall in Schwaben/ Reichenhalle in Bayern/ in Saltzburgischen Hal-tern/ im Oesterreichischen Hallstadt/ Hall in Sachsen. Dieses SaltzesNutz kan man nicht gnugsam aussprechen/ weil man es sonderlich weder zuSpeise vorVreh und Menschen/ noch auch zur Artzney und vielen Kunst-stücken entratherr kan. Es würden die Speisen keinen Geschmack haben/wir essen uns am Brod und allerley Efjen überdrüßig/ es würde keine rech-te Dauung seyn / die höchstnöthige Lxcreciones üiperkluorum bey Men-schen und Thieren würden nicht geschehen können/ ja die Gesundheit keinesweges bestehen ohne Genuß des Saltzes. Das Vieh gedeyet nicht/ undwird nicht feist/ auch stirbt es bald ohne Saltz. Man käme Fleisch/ Fisch/Butter/ Käse ohne Saltz nicht erhalten. Man mercket an/daß diejenigenVölcker/ welche dem Mio so nahe wohnen/ als in Lappland/Novarembls,Grönland/ welche nichnu'el Salh wegen des kostbaren und schweren rrans-xorres gebrauchen können/sehr klein von üstur, und schwach von Kräfften