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Friedrich Hoffmanns Kurtze doch gründliche Beschreibung des Saltz-Wercks in Halle : Dabey viele physicalische curieuse quæstiones von dem Saltze, Ursprung der Saltz-Quellen, Unterscheid und Nutzen, auch præparation des Saltzes erleutert werden/ Zum gemeinen Besten entworffen
Entstehung
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cap. n.

Von dem Meer-Saltz.

ist zwar sonst nur Ein 8^1 commune, davon wir hier schreiben/in der Welt: nachdem sich aber solches findet auf unterschiedlicheArt/und an unterschiedlichen Oertern/ wird das Saltz sonderlichin drey Sorten abgetheilet/als i. in 5^1 marinum, oderMeer-Salh: r.lin das Säl foslile. welches aus der Erde gegraben wird: z. in 8-^1 fonea-num, welches man aus den salhigen Quellen xr^pÄnret. Was nun an-langet das Meersattz/ so ist davon eine gemeine doch verkehrte Meynung/als wenn GOct in der Schöpffung dem Meerwasser/auch andern Quel-len/ das Saltz ingeneriret und angeschaffen hätte. Es ist aber vielmehrder Wahrheit gemäß / daß das gemeine Saltz ein ganh unterschiedenerCörper vorn Wasser/und in der Erde geschaffen sey. Den das Saltz ist einCorpus 1oIiäuin,AHU3 aber ein üuiclum,und also find sie beyde gantz clilkin-Lier Natur. Wenn also in den Wassern einig Saltz sich findet/ es sey Vi-rriol, Alaun/ gemein Saltz/ so ist vielmehr zu schließen / daß das Wassersolches Saltz aus den Erd-Cörpern genommen und aufgelöset,habe. Undwird solche Wahrheit ferner mit diesem Beweisthum bekräfftiget/ daßman nemlich keine Sole oder Saltzwasser findet/ welches über »rlöchtg/das ist/ es giebet keine Sole/ da ein Pfund Wasser ir. Loth Saltz haltenkan: die Ursach ist/ weil in der Natur kein Wasser zu finden/ davon einPfund mehr als Loth Saltz auflösen und in sich nehmen kan. Wannaber ein Saltz den Wassern innerlich angeschaffet sehe ich nicht ab/war-um nicht mehr Saltz als ir. Loth in einem Pfunde tönte in einigen Quel-len gefunden werden. Ist derowegen dieses die beste und gegründeste 'Meynung / daß sowol das Saltz/ welches das Meer bey sich führet/ alsauch/ welches aus den Salhquellen gekochet wird/ ursprünglich ein loerusterl-X und 8sl losüle sey. Es wird zwar alhier kein geringer Zweifel mo-viret/ wie nemlich das große/ breite/ une: schöpffliche Meer/ da man zum we-nigsten durchgehends auf i. Pfund r. Loth Saltz rechnen kan/eine so unbe-*schreibliche Menge von einem 8ale losüli in sich gezogen.' Allein/ wennman betrachtet/ wie die Erde öffterseine gar unermeßliche Menge Saltzhervor bringet/wie solches in Pohlen/Siebenbürgen/ Ungarn/ davon un-ten zu lesen/ zu ersehen/ so kan man gar leichte finden/ daß als zu Zeiten derEündflur die Wasser/ so unter der Erden verborgen gewesen/ sich mei-fientheils hervorgethan/ und über die Fläche des Erdhodens ergossen/ und

einige

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