644 ^ Betrachtung über die Accise
lein kömmt wohl dieses den Einkünften des Staatszu statten; und sollte wohl mithin ein Eon-tribulionsweg vor gut und nützlich erkannt werdenkönnen, wobey zwar die Unterthanen viel leiden musssen, der Erfolg der Einkünfte aber auf die Unge-wisse und ziemlich seltene Redlichkeit des Menschengroßentheils ankömmt? daß es aber mit der Acciseeine soche Beschaffenheit habe, liegt offenbar vorAugen; und die Höfe gestehen es selbst stillschwei-gend , indem sie beständig an der Accise bessern undkünsteln, um die so leichten Dcfraudationen dabeyimmer mehr zu verhüten. Allein ohne eine sehrgroße Strenge ist hierinnen fast gar nichts auszu-richten. Diese aber ist auf einer andern Seite dervernünftigen Freyheit der menschlichen Handlungen,dem Aufnehmen des Nahrungsstandes und über-haupt dem Besten des Staats, desto nachtheiliger;denn wer wird gern in ein land ziehen, oder darin-yen wohnen, wo eine so große Strenge herrschet.
Endlich kann auch nicht geläugnet werden, daßdie Accise den Fehler an sich hat, daß dabey dieEinnahmecassen des Staats vervielfältiget und eineMenge Bedienten darauf gehalten werden müssen,die bey einer andern Einrichtung gänzlich entbehrlichwären. Nur in einer kleinen Stadt, die etwan ausdrey oder vierhundert Häusern besteht, sind wenig-stens drey bis vier Thorschreiber, zwey Güterbe-schauer, ein Einnehmer, und eip Controlleur, einAcciöinspector oder Commissarius nöthig. Nunwird es in der That viel seyn, wenn der Landesherraus einer solchen Stadt jährlich fünfzehnhundert bis