des Thamus. 691
' vor dergleichen Einwürfen ganz sicher schlafen kön-nen. Ich will also ohne weitere Vorrede meineGeschichte vortragen.
Die allerälteste Religion der Menschen ist ohneZweifel mit gar wenig Feyerlichke'iten und Ceremo-nien verknüpfet gewesen. Die Patriarchen, welcheeine richtige Erkenntniß von dem unendlichen We-sen, dem großen Schöpfer aller Dinge hatten, be-gnügten sich, denselben in der Stille zu verehren, undihre Familie zu einer gleichen Verehrung anzuführen,und so gar die wenigen Ceremonien, die ein gelehr-ter Engelländer in der Religion der Patriarchendurch so bündige Beweisthümer vor einigen Jah-ren der Welt vor Augen geleget hat, sind nicht vonden allerältesten Zeiten zu verstehen. Als man dieErkenntniß des wahren Gottes nach und nach ausden Augen verlor; so verfiel man auf die Vereh-rung der Sonne, des Mondes und der Gestirne.Diese Abgökterey ist nicht nur die natürlichste, we-^ gen der Wohlthaten, die diese Himmelskörper den! Menschen scheinbar erweisen, wie alle Gelehrten an-! gemerkct haben; sondern sie ist auch in der That diej älteste. Die Religion der Sabäer, die sich fastj allein auf die Verehrung der Gestirne gründete, istdie älteste, von der wir Nachricht haben. R.Mo-! ses Maimonides, zu dessen Zeiten sie schon vor tau-! send Jahren untergegangen war, beweiset dieses^ aus den ältesten arabischen Schriftstellern auf das' bündigste. Allein es ist kein Zweifel, daß dieseVerehrung des Gestirnes anfangs eben so einfältigund ohne alle Feyerlichkeiten gewesen ist, als derv. Justi 6 Sr. Tr Dienst