Band 
[Erster Band]
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694 Die Geschichte

er sein größtes Vergnügen, diese himmlischen Kör-per oder vermeyncen Gottheiten zu betrachten. Da.er einen fähigen Geist hatte; so glückte eö ihm, daßer vermittelst dieser häufigen Beobachtungen endlichden Lauf der Gestirne vollkommen zu bestimmenlernte, welches man vorher nur von ohngefähr undmuthmaßlich gewußt hatte. Er sagte also den Ba-byloniern alle Himmelöbegebenheiten vorher. Erverkündigte ihnen lange zuvor, wenn eine Sonnen-oder Mondenfinsterniß, diese den Menschen damalsso erschrecklichen Erscheinungen, kommen würden.Er bestimmte die Stunden des Neumonden undsagte eine jede Stelle, wo die Gestirne diesen oderjenen Tag zu stehen kommen würden. Weil er nundabey eine tugendhaftige und strenge Lebensart beob-achtete ; so setzte er sich dadurch bey Hofe und demgesummten Volke in ein ganz ungemeines Ansehen.Alle seine Worte wurden als Göttersprüche aufge-nommen; und der babylonische Monarch glaubteseine Hochachtung gegen einen so bewunderns-würdigen Mann nicht besser bezeugen zu können,als wenn er die Vorsorge vor die Religion gänzlichseinerAnordnung überließe.

Als sich Beluö auf diesen Punct der Ehre gest-ßet sahe; so war seine erste Sorge, den Dienst derGöttinn Beltha, oder Venus, deren Priester erund seine Anverwandten waren, recht hoch zu trei-ben. Er gab demnach vor, dafi diese Göttinn sichpersönlich die Mühe genommen, ihn in der Wissen-schaft der Gestirne zu unterrichten, wobey sie ihmoffenbaret hätte, sie sey das Kind der Sonne und

des