696 n. Die Geschichte
Sonnen- und Mond-Finsternisse diese erzürntenGottheiten wieder begütigen und die Menschen beyihnen aussöhnen müßte. Daher wurde auch derganze Tag, auf welchen eine solche Finsterniß ein-siel, mit Opfern und Bethen zugebracht. So vielneue Festtage hatten demnach ihren Ursprung demBelus zu danken, und da die alten Feste gleichfallsbeybehalten wurden, und überdieß jeder Babyloniecvor sich seinem Schußgeiste alle Monath ein beson-deres Fest widmete, auch den Tag feyerte, aufwei-chen sein Vater gestorben war; so hatten sie sichnicht zu beschweren, daß sie zu wenig Feste hätten.Unterdessen wurden alle diese Anordnungen des Be-kus aufs heiligste gehalten, und er starb in eben dervollkommensten Hochachtung, die er bey seinem Le-ben genossen halte. Diese Hochachtung vergrös-serte sich vielmehr nach seinem Tode. Die Prie-ster der Beltha, hatten es ihrem Nutzen gemäßerachtet, bey seinem Absterben und Begräbnisse al-lerley Wunderzeichen vorzugeben ; und das Volkglaubte dieselben von einem Manne begierigst, denes in seinem Leben so hoch geschäßet hatte.
Fünfzig Jahre nach dem Absterben des Beluswurde Thamus geboren. Sein Vater war einPriester der Sonnen. Damals war die Hochach-tung des babylonischen Volkes gegen das Andenkendes Belus sehr hoch gestiegen. Er war schon sogut als vergöttert. Man sahe sein Bildnistfast inallen Häusern; und die meisten Hatten ihm in klei-nen Capellen prächtige Altäre aufgerichtet. Manwidmete ihm Gebeth, Gelübde und Opfer; und
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